Windfeld gefällt den Wanderern

Ein freundlicher Windpark wartet auf die Wanderer

Umweltfreundlich mit dem Bus und den eigenen Füßen machte sich eine lustige Gruppe auf den Weg zum Windfeld am Albtrauf. Zwischen Herzogenreuth und Roßdorf am Berg stehen bisher sieben Windkraftanlagen; weitere sind geplant. Ziel der Wandergruppe war speziell der dortige Windpark von Naturstrom mit drei Windkraftanlagen vom Typ Nordex N100/2500. Herr Dr. Thomas E. Banning, der Chef von Naturstrom, beantwortete ausführlich alle anstehen Fragen der Interessierten zur Technik der Windräder und zur Geschichte dieses Windparks: Eher zufällig wurde ein Mitarbeiter auf die Fläche aufmerksam und so kam es zu einer Prüfung und nach einiger Verzögerung letztendlich zum Bauantrag, so dass es mit der Inbetriebnahme vor Jahresende 2011 noch knapp wurde.

Für die weiteren Windkraftanlagen wünscht sich Dr. Banning, dass sich die Genehmigungsbehörde zukünftig nicht mehr so viel Zeit nimmt; die Bayerische Staatsregierung strebt an, dass die Genehmigung innerhalb von drei Monaten nach Eingang des Antrags erteilt wird. Damit soll vor allem die Energiewende zügig vorangetrieben werden.

Besondere Offenheit erfuhr die Ökostromfirma seitens der Gemeinde Königsfeld; so wünscht sich die Bürgermeistern Gisela Hofmann auf eigener Gemarkung ein bis zwei Räder für die BürgerInnen. Dies kommt dem Vorhaben Naturstroms entgegen.

Hat man hier noch das klassische Pachtverfahren realisiert, setzt man z.B. bei zukünftigen Windparks auf ein breites Flächenmodell, bei dem viele Gemeindebürger etwas bekommen. Dies beugt Neid und Streit unter den Anwohnern vor.

Die Nennleistung beträgt 2,5 Megawatt pro Windrad. Für die Wirtschaftlichkeit ist jedoch vor allem der Ertrag in Kilowattstunden (kWh) entscheidend, der von den lokalen Windverhältnissen am Standort bestimmt wird. Dr. Banning erwartet einen Jahresertrag von insgesamt ca. 4,5 Millionen kWh, was rechnerisch für 1300 Haushalte ausreicht.

Eine weitere wichtige Frage richtet sich auf die finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger, denn selbstverständlich wird jedes Windrad auf mehr Gegenliebe stoßen, wenn die Wertschöpfung den Menschen vor Ort zugute kommt. Naturstrom bietet verschiedene Modelle dafür an; bereits ab 500 € kann jedermann einsteigen und mitverdienen!

Zur weiteren Entwicklung der Windkraft berichtete Dr. Banning, dass konkret zwei weitere Windräder im selben Windpark im Bereich Poxdorf-Königsfeld zur Genehmigung eingereicht sind. Für den weiteren Ausbau der Windenergie werden aktuell von der Regierung von Oberfranken neue Vorranggebiete geplant. Bis 27. Juli ist die Öffentlichkeit aufgerufen, zu den Vorschlägen Stellung zu nehmen und Wünsche zu äußern. Das Vierether Kuckucks-Ei e.V. weist darauf hin, dass die geplanten Flächen bei weitem nicht ausreichen, um unser Klimaziel von Stadt und Landkreis Bamberg (100% CO2-frei bis 2035) zu erreichen. Dr. Banning äußerte dazu, dass die Zahlen im Bayerischen Windatlas bekanntermaßen recht ungenau sind und seiner Vermutung nach oft mehr Wind wehe als im Windatlas angegeben.

Auf dem Rückweg über Scheßlitz freute die Gruppe sich auch über den Anblick des Bürgerwindrades bei Sassendorf, das sich seit 15 Jahren für die Energiewende dreht.

Ein Gedanke zu „Windfeld gefällt den Wanderern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.