Tauchsport in Bamberg – Apnoetauchen

Winnie Wenzel

Apnoetauchen. Foto: http://flickr.com/ photos/ 20079415@N00 - cc-by-2.0.

Durch die Erfolge seiner Unterwasserrugby-Mannschaft (wir berichteten kürzlich über die 6. Deutsche Meisterschaft in Folge) ist der Tauchclub Bamberg (TCB) in letzter Zeit ein wenig stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Grund genug, einmal darauf hinzuweisen, dass im TCB noch andere Disziplinen als UWR gepflegt werden: TecDiving, Flossenschwimmen und Freitauchen. Mit letzterem hat sich die Sportredaktion der Bamberger Onlinezeitung etwas intensiver auseinander gesetzt, wobei uns dankenswerter Weise Dipl. Tauchlehrer Horst Säger kompetent beraten hat. In den 1990er Jahren hatte Säger noch Monoflossenschwimmer für Wettkämpfe trainiert, danach konzentrierte er sich auf den Apnoe-Bereich, wo er seit 2000 als Tauchlehrer tätig ist, seit 2007 Sportler für Wettkämpfe vorbereitet und seit 2011 auch als Sicherungstaucher beim Internationalen Verband AIDA eingesetzt wird.

Wenn Horst Säger einen seiner Sportler auffordert, mal die Luft anzuhalten, ist das kein unfreundlicher Akt, sondern völlig normal, kommt es doch beim Apnoe- bzw. Freitauchen darauf an, den folgenden Tauchgang mit diesem einen Atemzug zu bestreiten. Die Zeit des Nicht-Atmens bezeichnet man mit dem griechischen Wort dafür als Apnoe. Das sportliche Apnoetauchen unserer Zeit kennt eine ganze Reihe von Subdisziplinen (Zeittauchen, Streckentauchen, Tieftauchen) und Varianten (Flossen, Gewichte). Apnoetaucher wissen, dass ihre Form des Abtauchens die älteste und ursprünglichste ist; schon in der Steinzeit holte man so Muscheln, Schwämme, Perlen und Fische aus dem Wasser. In der Antike wurden Apnoetaucher auch in militärischer Funktion eingesetzt, beispielsweise um vor großen Seeschlachten feindliche Schiffe anzubohren oder deren Ruder zu verkeilen. Heute übt man sich im Luftanhalten, um im Freizeitbereich mit Hilfe von Flossen und Schnorchel Unterwasserwelten zu bewundern bzw. im Leistungssport bestimmte Strecken-, Ausdauer- oder Tiefenleistungen zu erreichen.

Beim Bamberg Tauchclub sind in diesem Segment ungefähr 40 der insgesamt ca. 250 Mitglieder aktiv, davon betreiben drei das Apnoetauchen wettkampfmäßig. Dieser Sport steht prinzipiell allen Altersklassen offen, wird von Männern wie Frauen betrieben und bietet in der Subdisziplin des Zeittauchens Menschen, die weder besonders schnell noch kräftig sind, dafür aber einen umso stärkeren Willen besitzen, eine interessante Chance, Wettkämpfe zu gewinnen. Im BTC werden Neulinge über Schnupperkurse zunächst mit dem Gerätetauchen bekannt gemacht und über spezielle Lehrgänge bei Lust und Laune allmählich an das Apnoetauchen herangeführt, wobei sie auch in das korrekte Verhalten im Wasser (z.B. gegenüber einer empfindlichen Riff-Flora oder sensiblen Haien) eingewiesen werden.

Da unser Atemverhalten ein unwillkürlicher Vorgang ist, müssen Apnoetaucher lernen, ihre Atmung bewusst zu steuern. Der Atemreiz wird durch steigenden Kohlendioxidgehalt des Blutes ausgelöst. Mit Hilfe gezielter Übungen wird es aber möglich, diesen Reiz über längere Zeiträume hinweg zu unterdrücken. Wenn man sich die aktuellen Weltrekordmarken anschaut (8:23 Minuten bei Frauen, 11:35 bei Männern), ahnt man, welche Reserven hier bestehen. So ist die Tauchdauer schließlich nur noch durch den Sauerstoffgehalt im Blut begrenzt, dessen Partialdruck nicht unter eine kritische Grenze fallen darf, die bei jedem Menschen individuell anders liegt. Passiert dies dennoch, wird der Taucher ohnmächtig. Beim sportlichen Apnoetauchen im Normalbereich ist man stets durch Sicherungstaucher abgedeckt; Weltrekordversuche im Tieftauchen sind dagegen echte Wagnisse auf Leben und Tod, darin vielleicht dem Extrembergsteigen verwandt. Selbstverständlich sind nur Profis in der Lage, in Tiefen von 150 oder gar über 200 m vorzustoßen. Den aktuellen Weltrekord bei den Männern hält meines Wissens der Österreicher Herbert Nitsch mit 214 m.

Bei der Tauchausbildung wird der medizinisch-physiologischen Problematik dieser Sportart große Aufmerksamkeit zugewandt. Horst Säger versicherte überzeugend, dass im Normalo-Sportbereich die Gefahren des Tauchens (Schwimmbad-Blackout, Tiefenrausch, Dekompressionsunfälle etc.) minimal seien, ganz anders sehe es dagegen bei den Berufstauchern auf den Ölplattformen aus.

Verbindung zum Bamberger Tauchclub, seinen Schnupperkursen und Ausbildungsangeboten kann man hier aufnehmen.

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