Grabkerzenaktion

In der Nacht vom 7. auf den 8. Mai wurden in Bamberg zum Gedenken an die Opfer des deutschen Angriffskriegs und des Nationalsozialismus, zwischen 1933 und 1945, Grabkerzen aufgestellt. Anlass dafür war der 67. Jahrestag der Befreiung von der faschistischen Gewaltherrschaft durch die Alliierten und die verschiedenen Widerstandsgruppen.

Dafür wurden Grabkerzen an allen „Stolpersteinen“ in Bamberg aufgestellt. Obwohl Grabkerzen nicht in jede religiöse Tradtion passen, wurden bewusst diese gewählt, da ihr ungewohnter Anblick, zum Beispiel in einer Fußgängerzone, unweigerlich Aufmerksamkeit erregt.

Auf sonstige religiöse oder politische Symbole, auch an den Grabkerzen selbst, wurde bewusst verzichtet, da der Verlust der Menschenleben, unabhängig ihrer Herkunft, Gegenstand der Trauer sein sollte.

Die ehemaligen Adressen der Ermordeten wurden der verlinkten Liste der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg entnommen. Diese enthält auch Kurzbiografien der Ermordeten.

Außerdem wurden ein Blumenstrauß sowie weitere Grabkerzen am Bamberger Denkmal für die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur niedergelegt.

Dies Alles soll natürlich dem Gedenken der Opfer dienen. Des Weiteren soll aber auch darauf Aufmerksam gemacht werden, dass auch in der heutigen Gesellschaft Rassismus, Fremdenfeindlichkeit (Xenophobie), Homophobie, Sexismus und Gewalt gegen Minderheiten nicht nur vorhanden sind, sondern oft auch stillschweigend geduldet werden.

Traurigerweise standen die meisten Kerzen schon am frühen Vormittag des 8. Mai nicht mehr. Wenigstens in der kurzen Zeit in der sie standen konnten sie einige Blicke auf sich ziehen und die Aufmerksamkeit der Passanten auf das geschichtsträchtige Datum lenken.

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