Telekom Baskets beenden Bamberger Heim-Siegesserie

Winnie Wenzel

Mit einem sensationellen 74:75-Auswärtserfolg schlagen die Bonner Bamberg in der Frankenhölle. 23 Monate lang hatten die zu Hause nicht mehr gegen deutsche Mannschaften verloren, heute scheiterten sie an einem taktisch versierten Gegner, aber zu einem guten Stück auch an sich selbst. Was irgend einmal passieren musste, geschah nun ausgerechnet im ersten Playoff-Spiel gegen den krassen Außenseiter, der als Tabellenachter der Vorrunde angereist war. Der Siegtreffer für die Rheinländer fiel buchstäblich in letzter Sekunde – durch ein gewonnenes tip-in. Tibor Pleiß (10), der neben P.J. Tucker (14) beste Bamberger am heutigen Abend, der eigentlich eindeutig die Lufthoheit innehatte (Bamberg 37 Rebounds, Bonn 24!), saß zu diesem Zeitpunkt leider auf der Bank.

Mann des verbissen geführten Matchs war für mich kein Spieler, sondern der Bonner Trainer Michael Koch, der seinem Team einen permanenten Wechsel verschiedener Verteidigungssysteme verordnet hatte. Diese Strategie führte schon bald (in der Anfangsphase legte die Heimmannschaft zunächst los wie die Feuerwehr und führte nach fünf Minuten 12:2, musste danach aber einen 9:0 Lauf der Bonner zulassen) zu einer tief greifenden Verunsicherung  praktisch des gesamten Bamberger Teams, das unendlich viele unforced errors (Fehlpässe, Fehlwürfe, Missverständnise, 18 Ballverluste, eine ganz schlechte Dreierquote von nur 20% etc.) produzierte. Dazu kam ein glänzend aufgelegter Tony Gaffney (13) auf Bonner Seite, der neben dem Regisseur Jared Jordan (16) und dem Scharfschützen Simonas Serapinas (17, davon 5 Dreier) besonders hervorzuheben ist.

Chris Fleming erkannte nach dem Spiel den Sieg der Gäste als verdient an, zeigte sich hinsichtlich der Fortsetzung der Serie allerdings gelassen; nachdem man in der Saison bereits zwei mal in Bonn gewonnen habe, fahre man nun an den Rhein, um (am 9.5.) einen dritten Sieg zu holen. Da mag er Recht behalten, denn eigentlich kann das Bamberger Zusammenspiel nur besser werden – hofft eine Viertelstunde nach dem Match zumindest Winnie Wenzel …

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