DIE EISBÄREN

Schauspiel// Jonas Gardell

Inszenierung: Peter Kesten | Ausstattung: Karlheinz Beer
Mit: Olivia Sue Dornemann, Iris Hochberger, Karin M. Schneider; Nadine Panjas, Felix Pielmeier (beide Videoeinspielung)
E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg
Premiere: 25. März 2012 | 20:00 | Studio
Vorstellungen: 29. – 31. März; 1., 13. + 14., 26. + 27., 29. April; 5. + 6. Mai
Nachmittagsvorstellung: 28. April | 15:20
Einführung: jeweils eine Viertelstunde vor Stückbeginn | TREFF

Die Eisbären

Ilse feiert Geburtstag, und es verspricht, lustig zu werden. Ein kleines ritualisiertes Spiel wie jedes Jahr. Ihr Sohn kommt nicht, denn er hat einen Fernsehauftritt. Er ist nämlich ein berühmter Autor und der ganze Stolz seiner Mutter; jeden Schnipsel sammelt sie von ihm. Gekommen sind dafür die weit weniger geschätzten Töchter, die die Abwesenheit des Lieblingssohnes nutzen, um unverhohlen um Aufmerksamkeit und Zuneigung der Mutter zu buhlen. Gekämpft wird mit harten Bandagen: selbstlose Aufopferung, besondere Geschenke, und natürlich der jeweils Anderen eins auswischen, sie bloßstellen und diskreditieren mit allen Mitteln – stets ohne das gewünschte Ergebnis. Ebenso unerwidert ist Ilses Liebe für ihren Sohn – und die Töchter versäumen keine Gelegenheit, ihr das zu vergegenwärtigen.
Die unerwiderte Liebe entlädt sich in gegenseitiger Verletzung und die gegenseitige Erniedrigung kulminiert in dem abendlichen Fernsehinterview des Sohnes, der das spezielle Verständnis von Liebe in seiner Familie schonungslos offenlegt… Jonas Gardell versteht es meisterhaft, die tragische Lebenserkenntnis in eine Komödie umzuwandeln. Als solche erlaubt das Stück, über Menschen und ihr Unglück zu lachen, gleichzeitig Mitleid mit den Figuren zu haben und vor allem: sich selbst in ihnen zu erkennen.

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