Gibt es ein stadtplanerisches Entwicklungskonzept zum Abzug der Amerikaner?

Bereits im Mai 2006 berief die Stadt Würzburg einen Arbeitskreis „Arbeit und Soziales – Runder Tisch zum Abzug der Amerikaner in Kitzingen und Würzburg“ ins Leben. Rund zwei Jahre bevor im Juni 2008 die Lincoln Housing Area – die ersten Häuser wurden 1953 gebaut – an den Bund zurückgegeben wurden. Im Januar wurden auch die Leighton Barracks frei. Während dieser Zeit erarbeitete man Grundsätze, wie mit dieser bedeutenden stadtplanerischen Herausforderung umgegangen werden soll. Die Planungshoheit hat die Stadt Würzburg dabei nie aus der Hand gegeben, sein Amt hat frühzeitig Konzepte für die Stadterweiterung entwickelt. Das betonte der Würzburger Stadtbaurat Christian Baumgart erst am 19. Januar in Bamberg während seines Beitrags zur Vortragsreihe Neues Bauen in der alten Stadt. Der Architektur Treff, der Historische Verein, der Kunstverein und die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg haben gemeinsam vier Referenten zu diesem für eine von hochwertiger historischer Architektur geprägter Stadt gewinnen können.

Kaserneneinfahrt am Ende der Zollnerstraße. Foto: Erich Weiß

Ein Sanierungs- und Wohnungskonzept für das Lincoln-Areal für die Stadtentwicklung konnte frühzeitig von der Würzburger Stadtbau vorgelegt werden. Ein lebenswerter Wohnpark für alle Würzburger sollte entstehen. Sechs große Mehrfamilien-Häuserzeilen, 10.271 Quadratmeter Wohnfläche und über 32.000 Quadratmeter Grundstück sollten rund 300 Bewohnern eine neue Heimat geben. Doch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) veräußert ihre Grundstücke grundsätzlich meistbietend, für das Lincoln Areal gab es über 20 Interessenten, der Zuschlag ging nicht an die Würzburger Stadtbau, sondern an private Immobilienverwalter. Beim Leighton-Areal mit über 135 Hektar gelang nach einem Ideenwettbewerb und einer Bürgerplanwerkstatt die Anbindung und Erweiterung der Universität. Auch hier hat die Stadt Würzburg die Planungshoheit von Beginn an aktiv ausgeübt.

US Gelände. Die rosa Flächen stellen das Gelände der US-amerikanischen Armee zwischen Weißenburger Straße und Hauptsmoorwald dar. Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Creative Commons BY-SA 2.0

US Gelände. Die rosa Flächen stellen das Gelände der US-amerikanischen Armee entlang der Geisfelder Straße dar. Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Creative Commons BY-SA 2.0

In Bamberg sind die Dimensionen größer, mit 440 Hektar Grundstück (4.400.000m2), bedeutend größer, rund acht Prozent des gesamten Stadtgebietes. Allein die Herausforderungen zur Sanierung der schadstoffbelasteten Wohnungen mit Asbest, Lindan und teerhaltigen Kleber sind in Würzburg enorm, für die sechs Wohnblöcke des Lincoln Housing Area rechnete man mit Kosten von rund 2 Millionen Euro. Die Schadstoffsanierung für das Bamberger Gelände dürfte in Zukunft eine Rolle spielen.

Doch die grundsätzliche Frage nach einem stadtplanerischen Entwicklungskonzept wurde bislang nicht öffentlich behandelt.

 

2 Gedanken zu „Gibt es ein stadtplanerisches Entwicklungskonzept zum Abzug der Amerikaner?

  1. Ungereimtes:
    Die US-Army kam am 13. April nach Bamberg um die Bamberger vom Nazi-Regime zu befreien.
    Jetzt ist deren Abschluß endgültig beschlossen: vorbei sind auch die Zeiten wo(!) frau/man den Lärm der Schießübungen „the sound of freedom“ hören konnte.
    Ein großes Gelände wird ebenfalls frei und soll sozusagen konvertiert werden: zu was auch immer.
    Sollte man diesen neuen Stadtteil nicht in Erinnerung an die erfolgreiche US-Army im weltweiten Bemühen „um die Freiheit“ nicht als Gesamtkunstwerk „FREIHEITSTADT“ nennen. Schließlich gibt es in Bamberg auch eine T(h)euerstadt.

  2. Entscheidend ist, dass die Entwicklung dieses Geländes mit den Bürgern und Bürgerinnen entwickelt wird. Ganz lebendig kann es dort werden: 5000 und mehr Menschen können dort einen neuen Stadtteil mit ihren Wünschen und Vorstellungen prägen, wenn die Weichenstellung gegeben wird. Als Sprecherin der GAL im Bausenat werde ich dafür kämpfen, dass das Gelände nicht von ideenlosen Stadtplanern nieder geplant wird, sondern dass die Bambergerinnen und Bamberger ihren neuen Stadtteil selber planen. Nur so wird es gelingen, diesen neuen Stadtteil zum buntesten und kreativsten in Bamberg umzuwandeln. Wir treffen uns am 1.3. im Roten Salon im LICHTSPIELKINO um 19 Uhr ? Da beginnt bereits die Diskussion. Ursula Sowa GAL

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.