Nana-Theater im Club Kaulberg: Noch ein Martini und ich lieg’ unter dem Gastgeber

Petra Schwarz

Christine Fesefeldt und Ursula Gumbsch

Ich summe immer noch die Melodie von „Winter in Kanada“, dem Song von Elissa Gabbei, den Ursula Gumbsch so mitreissend an den Schluss des aktuellen Programmes gesetzt hat. Überhaupt hat sie eine herrliche Stimme, die in manchen Liedern an die große Knef erinnert.

Zusammen mit der Pianistin Christine Fesefeldt steht sie im Januar noch zweimal mit diesem frisch-frivolen Programm auf der Bühne des Club Kaulberg. Und der war seit der Premiere auch immer gut gefüllt.

Na klar, jetzt zum Jahresende nach der stillen Weihnachtszeit darf es auch mal wieder ein bisschen lauter und vielleicht sogar lustiger werden.

Dieses Programm erfüllt diesen Wunsch, denn die Auswahl an Texten, Liedern und Musikstücken ist hervorragend gelungen. Große Klasse, wie Ursula Gumbsch die Texte der Romantikerin und Feministin Dorothy (Dotti) Parker herausfischt und die Monologe aus „Das Tagebuch einer New Yorker Lady“ in Szene setzt. Köstlich dabei ihre Mimik und die Wandelbarkeit ihrer Stimme zu erleben, während sie darüber nachdenkt, ob sie lieber „das Rote aus Spitze“ oder „das Blaue mit der weißen Jacke“ anziehen soll.

Pointiert werden zwischen die einzelnen Szenen Piano-Stücke gesetzt, oder ein kurzes „Jingle Bells“ angespielt. Dabei nutzt Christine Fesefeldt alle Möglichkeiten des E-Pianos aus und spielt mit der ihr eigenen Verve. Das gibt dem Programm eine sehr angenehme Struktur und setzt stimmige Akzente.

Im Nu ist die erste Glücks-Stunde dieses Abends vorbei, und es folgt nach der Pause eine vergnügliche zweite.

„Egon, ich hab ja nur aus Liebe zu dir“ … diese alte Schmonzette von Evelyn Künneke (1953) hat uns dann im zweiten Teil vollends umgehauen. Hier kommt das komische Talent von Ursel Gumbsch noch einmal so richtig zur Geltung. Großartig zu sehen, wie sie sich in ihrem Notenständer verheddert, dabei gleichzeitig wie volltrunken über die Bühne taumelt (und das auf abenteuerlich hohen Schuhen) – dabei aber eine unglaubliche Körperbeherrschung zeigt. Chapeau!

Es war ein sehr vergnüglicher Abend. Und ich wünsche mir noch viele weitere Programme des Duos Gumbsch/Fesefeldt.

Weitere Termine

  • 4. Januar 2017
  • 5. Januar 2017

jeweils um 20 Uhr, Karten im Vorverkauf im BVD. Tel: 0951 9808220.

 

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