Lange Straße: Vorschlag zur Aufwertung

Die Lange Straße – neben dem Grünen Markt die wichtigste Straße der Inselstadt. Und doch erbärmlich vernachlässigt, weil eine Idee (Quartier an der Stadtmauer) das nächste Projekt (Erweiterung des ZOB) überlappt und ein neues schon wieder in den Köpfen spuckt (Tiefgarage unterm Schönleinsplatz). Ganz zu schweigen, dass die monatelange Bürgerarbeit zum Masterplan mit einem Streich vom Schreibtisch gefegt wurde und nur ein Restchen an Maßnahmen liegenblieb. Unsäglich, wie sträflich die Stadt mit einer ihrer schönsten Straßen umgeht. Wir haben mehrfach berichtet: Aufwertung der Langen Straße von CSU-Mehrheit zu Fall gebracht /  Aufwertung Lange Straße: FDP ignoriert Bürgerbeteiligung / Masterplan Innenstadt und Stadtmarketing: Der Wert einer Unterschrift / Mit der Langen Straße muss etwas passieren! / Masterplan Innenstadt: Bürgerbeteiligung erwünscht oder nicht? / Lange Straße: Aufwertung beschlossen Der Umwelt- und Verkehrssenat spricht sich für Aufwertung der Langen Straße aus / Umgestaltung Lange Straße: auf die Lange Bank geschoben?

Nun hat der Verkehrsclub Deutschland einen Vorschlag formuliert, wie in kleinsten Schritten eine Aufwertung erfolgen kann.

Verkehrsclub Deutschland

Lange Straße: Gehwege für Zu-Fuß-Geher

In der Langen Straße ist es mittlerweile zur Gewohnheit geworden, motorisierte Zweiräder auf dem Gehsteig abzustellen. Etliche der Fahrzeuge stehen da stundenlang oder sogar den ganzen Tag über.

Lange Straße. Foto: Karin Zieg

Das ist eine für die Lange Straße schlechte Entwicklung. Wenn die Lange Straße für Anwohner und Besucher attraktiver werden soll, dann geht das nur, wenn die Fußgänger mehr Platz bekommen. Das Zweiradparken auf dem Gehweg macht aber genau das Gegenteil.

Eine einfache Verkehrsschau zeigt, dass sowohl die Fahrradbügel als auch die auf dem Gehweg platzierten Werbeständer als Einladung aufgefasst werden, in ihrer Flucht auch motorisierte Fahrzeuge abzustellen. Und diesen Platz dann auch als Dauer-Park-Platz besetzt zu halten.

Wir VCDler sind froh über jeden Radbügel, der in der Stadt aufgestellt wird. Wir waren auch froh über die Radbügel in der Langen Straße. Angesichts der neuen Entwicklung müssen wir aber sagen: wir haben zu kurz gedacht. Die Radbügel machen den knappen Platz für die Fußgänger noch knapper (das haben wir unterschätzt), und sie werden als falsche Vorbilder missbraucht (das haben wir nicht bedacht). Beides spricht gegen die Radbügel (und gegen die Werbeständer) an den jetzigen Orten.

Nun hat der Stadtrat beschlossen, die Kurzzeitstellplätze auf der Sternla-Seite beizubehalten. Diese Kurzzeitstellplätze können aus der Klemme helfen und zugleich für Anwohner, Handel und Besucher eine deutlich vergrößerte Wirkung bekommen: wenn sie als Stellplätze für Zweiräder angeboten werden. Drei der Stellplätze lassen sich mit Radbügeln ausstatten, und drei lassen sich als Kurzzeitstellplätze für Mofas, Motorroller und Motorräder deklarieren. Das hat drei Vorteile:

  • es verschafft den Fußgängern mehr Platz
  • es erhält den Radlern ihre Stellplätze und bringt ihnen mehr als bisher
  • es verhilft den motorisierten Zweiradfahrern erstmals zu rechtlich gesicherten Stellplätzen.

Der Umbau hat zudem den Vorzug, dass er sich vollkommen eingliedert in die Logik der Straßenentwicklung, die der Stadtrat mit Stufe 1 des Konzepts Lange Straße vor langer Zeit beschlossen und vor kurzem mit dem ersten Schritt in die Stufe 1, der Aufhebung des baulichen Radwegs auf der Postler/Beckstein-Seite, bekräftigt hat.

Selbstverständlich muss vorerst der PÜD weiter dafür sorgen, dass die Fußgänger den Platz auch nutzen können, der ihnen schon bisher zugesprochen ist. Der PÜD ist aber keine Dauerlösung. Und die Zweiräder sollen Stellplätze finden – jedes Zweirad ist für die Innenstadt besser als jedes Vierrad, und jedes nichtmotorisierte Zweirad ist noch einmal besser als jedes motorisierte Zweirad. Den nötigen Platz stellt der Beschluss des Stadtrats als Möglichkeit bereit, die Stellplätze auf der Sternla-Seite der jedenfalls gewünschten und offensichtlich vorhandenen Zweirad-Nachfrage anzupassen. Das ist eine win-win-Situation für alle Beteiligten: für Anwohner, Besucher, Handel und Gewerbe – gleichermaßen.

Die Lange Straße braucht Entwicklung. Dieser Schritt ist ein guter Schritt.

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