BBU-Vorstand tagte in Duisburg: Ablehnung der Freigabe von radioaktiven Abfällen / Parteien sollen Forderungen der Fridays for Future- Initiativen unterstützen: Klimaschutz jetzt!

Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz

Die Vorstandsmitglieder des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) haben sich bei ihrem Treffen in Duisburg erneut gegen die Verbringung von sogenannten freigemessenen radioaktiv belasteten Abfällen aus Atomanlagen auf Mülldeponien und in Verbrennungsanlagen ausgesprochen. Ebenso wird die freie Wiederverwertung solcher Abfälle entschieden abgelehnt.


Die BBU-Vorstandsmitglieder sowie die BBU-Geschäftsführerin (von links nach rechts): Udo Buchholz, Ulla Weiß, Oliver Kalusch, Peter Schott, Gertrud Patan, Christine Ellermann (Geschäftsführerin)

Die BBU-Vorstandsmitglieder solidarisierten sich mit den Jugendprotesten der Fridays for Future – Initiativen und sprachen sich für eine schnelle Energiewende aus. Die Nutzung der Atomenergie und der fossilen Energieträger ist aus Sicht des BBU mit zahlreichen Gefahren verbunden. Den erneuerbaren Energien einschließlich der Nutzung der Windenergie gehört die Zukunft. Sofortiges Handeln ist geboten!

Keine Freigabe radioaktiv belasteter Abfälle

Bei seinem Treffen befasste sich der BBU-Vorstand mit der Freigabe und Herausgabe radioaktiv belasteter Abfälle nach § 29 der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), also mit der Verteilung von radioaktiv belasteten Abfällen aus Atomkraftwerken und sonstigen Atomanlagen in die Umwelt. Der BBU lehnt derartige Freigaben ab und fordert ein Moratorium bezüglich der Freigabe dieser radioaktiv belasteten Materialien. „Das Material muss vollständig gesichert am jeweiligen Anlagen-Standort aufbewahrt werden, bis klar ist, welche kontaminierten Müll-Mengen insgesamt anfallen und was damit langfristig geschehen soll“, erläutert Gertrud Patan, Fachfrau im Vorstand des BBU, dazu.

Solidarität mit Fridays for Future

Vor dem Hintergrund des erkennbaren Klimawandels begrüßt der BBU-Vorstand die Klimaschutzproteste von „Fridays for Future“. Strafmaßnahmen gegen Schülerinnen und Schüler, die bei den Freitagsprotesten für eine lebenswerte Zukunft einige Unterrichtstunden versäumen, lehnt der BBU-Vorstand ab. Gleichzeitig warnt der BBU- Vorstand die politischen Parteien davor, die parteiunabhängigen Jugendproteste zu vereinnahmen.

Mit Nachdruck spricht sich der BBU-Vorstand gegen den Bau und die Subventionierung von so genannten LNG-Terminals für Flüssigerdgas in norddeutschen Hafenstädten aus. Mit deren Hilfe will US-Präsident Donald Trump sein dreckiges Fracking-Gas nach Deutschland und in die EU exportieren.

Sichert das Weiterbestehen des afas

Archiv für alternatives Schrifttum in Duisburg

Bei seinem Treffen in Duisburg tagte der BBU-Vorstand erstmals in den Räumen des Archivs für alternatives Schrifttum (afas). Dabei konnten sich die BBU- Vorstandsmitglieder davon überzeugen, dass die umfangreichen BBU-Archiv-Unterlagen, die in den letzten Monaten aus der Bonner BBU-Geschäftsstelle nach Duisburg verlagert wurden, im „afas“ bestens aufgehoben sind. Die gesammelten Materialien wie Bücher, Broschüren und Flugblattsammlungen drohten zunehmend den vorhandenen Platz in der BBU-Geschäftsstelle zu sprengen. „Wir sind sehr dankbar, dass unsere Dokumente jetzt im Duisburger Archiv katalogisiert und später auch öffentlich zugänglich werden“, erläutert Ulla Weiß, Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des BBU. „Und wir fordern von der Landesregierung NRW, dass die weitere Finanzierung dieser einmaligen Einrichtung gesichert wird.“ Im letzten Jahr gab es von Seiten der Landesregierung NRW Pläne, die Finanzierung des afas zu reduzieren.

Das Archiv für alternatives Schrifttum in Duisburg wird von einem Trägerverein getragen, der 1985 gegründet wurde. Das afas hat sich zum größten Freien Archiv für Materialien der Neuen Sozialen Bewegungen in Deutschland entwickelt. Ausführliche Informationen über die Arbeit des afas und über die Nutzungsmöglichkeiten der gesammelten Unterlagen findet man im Internet unter http://afas-archiv.de

33 Jahre nach Tschernobyl – Stromwechsel jetzt mit dem BBU!

Anlässlich des bevorstehenden 33. Jahrestages der Atomkatastrophe in Tschernobyl (26. April) ruft der BBU zur Teilnahme an den vielfältigen Gedenk- und Protestveranstaltungen auf. Außerdem ruft der BBU zum Stromwechsel auf, sofern man noch von einem Stromanbieter versorgt wird, der Atomstrom liefert. Auf der Homepage des BBU finden sich Unterlagen zum einfachen Wechsel des Anbieters für Strom und Gas.
Siehe https://bbu-online.de/EWS/EWS1.htm

Der BBU kooperiert schon seit Jahren mit den Elektrizitätswerken in Schönau (EWS), die keinen Atomstrom liefern, nicht mit der Atomindustrie verflochten sind und jetzt auch Gas liefern.