Im Aufzug

Per Aufzug fuhr ein kleiner Mann
zum vierten Stock. Er kam nicht an.
Grell blinkten Knöpfe 2 – 3 – 4,
doch blieb sie zu, die Aufzugtür.
Der Mann, er schwitzte, zappelte
und endlich gar er wackelte
mit seinem Kopfe hin und her.
– Der deucht’ ihm hohl, der deucht’ ihm schwer –
Der Mann, er hob die Arme
und schrie: „Mein Gott erbarme …“
Als Antwort kam zuerst ein Raunen.
Der Mann stand stumm, stand still vor Staunen.
Dann hörte er ein: Pling – Pling – Pling
und jemand frug: „Wie viel sind drin?“
„Ich bin nur einer!“, rief der Mann.
„Hol mich hier raus! So schnell er kann!“
„Gemach, gemach!“, man tröstete.
Der Mann, nervös, er fröstelte.
Auch schwankte plötzlich die Kabine,
glitt vor zurück, wie auf ’ner Schiene
und dem Manne wurd’ es bang.
Da setzt’ der Aufzug sich in Gang.
Er fuhr hinauf, er fuhr hinunter.
„Er geht!“, rief eine Stimme munter.
Nun glitt die Türe lautlos auf.
Der kleine Mann, er ging hinaus,
dankt’ dem heiligen Wendelin.
Der Aufzug machte Pling – Pling – Pling.

© Cornelia Stößel 2020 / März / Juli

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