Neustart für die Klimapolitik in Bamberg

Bamberger Klimaschutzbündniss
v.l.n.r: Riccardo Schreck, Laura Kohler, Marion Munz-Krines, Tim-Luca Rosenheimer und Phillip Feierabend (kein Sprecher des BKB; FFF-Aktivist)

Das Bamberger Klimaschutzbündnis sieht dringenden Handlungsbedarf beim kommunalen Klimaschutz und tritt mit konkreten Forderungen an die politischen Vertreter in Stadt und Landkreis heran

Industrienationen wie Deutschland sind für 80 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich und verfehlen deutlich das 1,5-Grad-Ziel, was tiefgreifende Folgen für das Klima – auch hier in Oberfranken – haben wird. Die Experten des „Brown to Green“-Reports schlagen Alarm und weisen nachdrücklich darauf hin, dass der klimafreundliche Umbau der Weltwirtschaft zu langsam voran geht. Sie schließen sich damit den Wissenschaftler*innen des Weltklimarats (IPCC) an, die zuvor ebenfalls festgestellt haben, dass die geplanten Maßnahmen der Weltgemeinschaft die Ziele von Paris und New York aktuell weit verfehlen – mit dramatischen Konsequenzen für Milliarden von Menschen.

Borkenkäfer im Forst, Blaualgen im Badesee, Flächenbrände und Ernteausfall durch Dürre, Hitzetote – die Hitzesommer der letzten Jahre zeigen, dass der Klimawandel auch in Bamberg angekommen ist. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.

Aus diesem Grund hat sich im September 2019 das Bamberger Klimaschutzbündnis (BKB) gegründet. Das Bamberger Klimaschutzbündnis ist ein überparteilich arbeitender Zusammenschluss aus 19 Organisationen, Bewegungen, Initiativen und engagierten Bürger*innen, die sich für den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassungen in der Stadt und dem Landkreis Bamberg einsetzen. Die gemeinsame Überzeugung: Die Klimakrise betrifft jede*n und nur gemeinsam können wir die größten Katastrophen noch stoppen. Deshalb muss Klimaschutz auch in Bamberg Priorität haben. Dafür braucht es einen gesellschaftlichen und strukturellen Wandel, der auf der kommunalen Ebene gestaltet werden muss. Dafür sollen möglichst viele Bürger*innen aus der Stadt und dem Landkreis Bamberg gewonnen werden, insbesondere weil die bisher vorgelegten Ziele und Maßnahmen nicht ambitioniert genug sind.

Deshalb hat sich das Bamberger Klimaschutzbündnis mit einem offenen Brief an die politisch Verantwortlichen in Stadt und Landkreis gewandt und fordert jetzt: eine strukturelle, finanzielle und personelle Aufwertung des Themas Klimaschutz in der Verwaltung von Stadt und Landkreis. Zusätzlich fordert das Bamberger Klimaschutzbündnis verbindliche, 1,5°C-Ziel-konforme Zielvorgaben mit messbaren Indikatoren und ein transparentes und systematisches Monitoring.

Zum Erreichen des Ziels sind Maßnahmen in vielen Bereichen notwendig, zum Beispiel: Förderung klimafreundlicher Mobilität, aktives Schützen von Wald- und Grünflächen, Umsetzung von ökosozialen Kriterien für Beschaffung und Finanzen, Einsetzen für eine durchdachte Industrietransformation, Verfolgung einer klimafreundlichen Baupolitik, Deckung des Energiebedarfs aus eigener Produktion erneuerbarer Energien, Schaffung der strukturellen Voraussetzungen für nachhaltigen Konsum, Förderung von Müllvermeidung und Recycling, Unterstützung von Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Diese Maßnahmen steigern unmittelbar die Lebensqualität der Bevölkerung und haben Strahlkraft über die Grenzen Oberfrankens hinaus. Deshalb wird das Bamberger Klimaschutzbündnis in den nächsten Monaten einen differenzierten Maßnahmenkatalog mit Umsetzungsvorschlägen entwickeln und diesen auch konstruktiv in die Erarbeitung einer weiterführenden kommunalen Klimaschutzstrategie von Stadt und Landkreis mit einbringen.

Alle interessierten Bürger*innen sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Das nächste Plenum tagt am Freitag, den 13. Dezember 2019 um 19.30 Uhr im Nebenraum der Gaststätte Tambosi.

7 Gedanken zu „Neustart für die Klimapolitik in Bamberg

  1. Es ist ja recht gut wenn sich Personen für verschiedene Themen einsetzen. Nachdem das Fräulein weltweit alle verrückt gemacht hat gibt es also nur noch Klima, Klima und und wahrscheinlich nur das warme Klima. Denke ich dabei an meine fränkischen Tage, dann können die letzten Hitzesommer sowie manche arktischen Winter so gar nicht zutreffen. Alles jammert wenn es mal etwas heisser oder auch kalt ist. Und dann gehen alle ins Freibad, schlecken ihr Eis und bestellen sich ne kühle Halbe, oder müssen in die Berge. Wenn es ein regnerischer kühler Sommer wird, dann regen sie sich auch wieder auf. Einer ist ja immer schuld. Hm… hatten hier vor ein paar Tagen – 22 Grad. Wird wohl wieder ein eisiger Winter werden, jedoch keine Eiszeit. Das Ende dieser begann vor 12000 Jahren.

      • Was ist es dann? Der Deutsche Wetterdienst erklärt das Klima als eine Zusammenfassung der Wettererscheinungen über eine längeren Zeitraum. Also haben Sie diese auch in Bamberg. Auch beim radeln in den Bergen spürt man die bestimmten Unterschiede. Wie ist es am Kaulberg?

        • „über eine längeren Zeitraum“…mehr als zwei Wochen oder mehr als ein paar Jahre. :-)
          „Bergradfahrer“ ist Deutsch für mountain biker…Kaulberg ist kein „Berg“ im eigentlichen Sinne. ;-)

          • Ja, über einen längeren Zeitraum habe ich in einen Wüstenklima verbracht mit über 11 Monaten keine Wolke am Himmel. Das Fräulein möge sich bei diesen Klima mal Gedanken machen warum es dort nicht regnet. Bei meiner jetzigen Bleibe habe ich mich für die nächsten Monate auf arktisches Klima einzustellen. Sehne mich dann manchmal für ein karibisches Klima. Müsste mal Bamberg mit dem Rad erkunden und Klimamäßig dürfte ich dabei keine Schwierigkeiten haben. Ja und die Berge im Bamberger Land muss man wirklich suchen. Der Nachbarort aus dem ich stamme heisst Lisberg.

        • Der gemeinhin als Referenzperiode angesetzte Zeitraum liegt bei 30 Jahren.
          Temperaturunterschiede zwischen Spezikeller und Café Müller sind eher mikroklimatischer Natur.

          • Ihre Zustimmungen begeistern mich worauf ich bei den vielen Klimaerscheinungen auch nicht das Wirtshaus-Klima vergessen möchte.

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