Nachtfahrt

Ich fahr’ mit mir und meinem Denken
allein verträumt durch Wald und Flur.
Dabei vergesse ich zu lenken
und komm prompt ab von meiner Spur.

Erwach’ dann fröstelnd in ’nem Graben,
der eng und feucht und grasig grün.
Erkenn’ den umgestürzten Wagen
an dem die Blinker rhythmisch glüh’n.

Und kältesteife Motten taumeln
vor dem dampfend lecken Kühler.
In den offenen Türen baumeln
Spinnentiere ohne Fühler.

Ich blick’ zum Mond, der altersweise
mir milde lächelt, voll und rund.
Das Radio dudelt eine Weise
und in der Ferne bellt ein Hund.

© Cornelia Stößel 2019/April

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