Im Spagat zwischen Möglichkeit und Machbarkeit – Fünf Fragen an Bernhard F. Loges

Bernhard F. Loges. Foto: Sebastian Buff
Monika Beer

Bernhard F. Loges, der neue Intendant des Landestheaters Coburg, spricht am 19. März beim Richard-Wagner-Verband Bamberg über seine Pläne.

Eigentlich war er schon da, bevor er im September 2018 offiziell sein Amt als Intendant des Landestheaters Coburg angetreten hat: Bernhard F. Loges, der als Musiktheaterdramaturg der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg dort zuletzt die „Ring“-Neuinszenierung mit betreute, pendelte bereits in der Interimszeit häufig nach Oberfranken. Inzwischen ist er richtig angekommen. Und spricht auf Einladung des Richard-Wagner-Verbands Bamberg am 19. März um 19.30 Uhr im Hotel Bamberger Hof über Aktuelles zur Generalsanierung und über seine Pläne. Der Eintritt zum Vortrag ist frei, Nicht-Mitglieder sind willkommen.

Haben Sie Ihren Entschluss, in Coburg Intendant zu werden, insgeheim schon mal bereut?

Bernhard F. Loges: Nein, denn ich habe hier ein großartiges Team, mit dem gemeinsam an Spielplan und Zukunft des Theaters zu arbeiten eine Freude ist. Außerdem ist Coburg eine theaterbegeisterte Stadt in der eine lebendige Auseinandersetzung möglich ist und die Menschen ihr Landestheater nicht nur räumlich im Zentrum der Stadt sehen.

Was brennt Ihnen momentan am meisten unter den Nägeln?

Loges: Natürlich die Generalsanierung und der Umzug ins Globe für diese Zeit. Das ist eine komplexe Debatte, die zielführend und sachlich geführt werden muss, wobei uns die Unterstützung der Coburger Wirtschaft, speziell der Globe GmbH aus Brose, Kaeser und HUK eine große Hilfe ist. – Auch dieses Engagement für Kultur ist nicht selbstverständlich und ein Grund gerne in Coburg zu sein.

Warum sind Theatersanierungen heute generell schwierig?

Loges: Sie müssen zahlreiche Faktoren berücksichtigen, einen Spagat zwischen Möglichkeit und Machbarkeit finden und komplexe Sachverhalte einer breiten Öffentlichkeit verständlich darlegen. Gerade in Zeiten einfacher Wahrheiten ist das eine besondere Aufgabe.

Und einen neuen Generalmusikdirektor müssen Sie auch noch finden …

Loges: Roland Kluttig verlässt uns zur Spielzeit 2020/21. Er ist zum GMD der Oper Graz berufen worden und persönlich freue ich mich sehr für ihn. Natürlich bedaure ich seinen Weggang, da ich ihn als inspirierten und zuverlässigen Partner hier in Coburg erlebe, aber nach zehn außerordentlich erfolgreichen Jahren ist die Gelegenheit an einem der renommiertesten österreichischen Opernhäuser eine neue Herausforderung anzugehen, folgerichtig. – Für ein geregeltes Verfahren haben wir nun genug Zeit und ich bin angesichts des Renommees unseres Orchesters überzeugt, dass wir genügend Interessenten haben und einen adäquaten Nachfolger finden werden.

Welches Zitat der Wagnerfigur Loge fällt Ihnen spontan ein?

Loges: „Nicht müßig war ich, wie mancher hier; der lügt, wer lässig mich schilt!“

Die Fragen stellte Monika Beer

Zur Person: Bernhard F. Loges wurde 1980 in der Nähe von Aachen geboren, war schon als Kind und Jugendlicher überaus theater- und opernaffin. Neben seiner praktischen Theaterarbeit in der freien Szene, neben Regie- und Dramaturgieassistenzen in Schauspiel und Oper und ersten Erfahrungen in Leitungspositionen studierte der mit mehreren Stipendien ausgezeichnete Kulturmanager Theaterwissenschaft, Alte Geschichte und Komparatistik in Bochum und promovierte unter dem Titel „Heiliger Wahnsinn auf der Bühne“ über die Bedeutung hysterischer Frauen in der Oper. Von 2009 bis 2018 wirkte als Musikdramaturg an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, wo er mehr als 30 Produktionen betreute, Uraufführungen initiierte und für eine Kooperationsreihe mit den Opern Bonn und Dortmund verantwortlich war.

Ein Gedanke zu „Im Spagat zwischen Möglichkeit und Machbarkeit – Fünf Fragen an Bernhard F. Loges

  1. Anno Domini 2019 – strukturelle Gewalt im cleversten Kapitalismus aller Zeiten: für Arme sprich Exkludierte ist und bleibt Freiheit die zugespitzte Wahl, anstatt aufzupulken und einzulösen hilfreiche Pfandflaschen?
    Letztere und ausnahmsweise einmal liegenzulassen …
    Und ohne die Geschichtlein der Geistlichen aller Konfessionen und dort wenigstens ein Auskommen mit dem Einkommen, wie auch ohne die ins Blatt gerückten Faktoren seitens Dr. Loges in Sachen Bühne und Theater und zum Spagat zwischen Möglichkeit, Machbarkeit und dem immergleichen Sermon aus Verzeihung! berufener Öffentlichkeit:
    es obsiegten die Damen und Herren Haifische noch unverfrorener, noch trost- und hoffnungsloser.
    Töten müsse man den verfluchten Kapitalismus, neulich wörtlich ein DB-Schaffner im Disput um Maximalprofite, Gier und ausgeklügelten Lohnklau.

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