Georg Simon Ohm in Bamberg

Von You Xie

Georg Simon Ohm (16. März 1789 – 6. Juli 1854) war ein deutscher Physiker. Er entdeckte den elektrischen Widerstand.

 

Gedenktafel im Gebäude "An der Universität 7" (U7) der Universität Bamberg

Gedenktafel im Gebäude „An der Universität 7“ (U7) der Universität Bamberg. Foto: You Xie

1812 wurde er Lehrer an der Studienanstalt (Altes Gymnasium; heute: Kaiser-Heinrich-Gymnasium) in Bamberg.

Die Bamberger Zeit war für Georg Simon Ohm unglücklich und restriktiv, wie in der Chronik zur 400-Jahresfeier des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums zu lesen ist:

Am 11. März 1816 schloss der reale Zweig – Realschule und Realinstitut seine Pforten. Die von Jahr zu Jahr zurückgehenden Schülerzahlen hatten zu diesem Schritt geführt. Die Naturwissenschaften besaßen eben noch nicht dieselbe Anerkennung wie die alten Sprachen und Geisteswissenschaften. Das Schicksal des Physikers Georg Simon Ohm, der 1812 nach Bamberg berufen worden war, belegt dies eindringlich. Das Direktorat untersagte ihm seine Experimente mit dem elektrischen Strom und ermahnte ihn, sich mehr um seine eigentliche Aufgabe zu kümmern und den Schülern Mathematik und „physikalisches Rechnen“ beizubringen.

Über das Ende der Lehrtätigkeit Ohms vermerkt die Chronik von 1819: „Die mit dem Gymnasium verbundene Realschule wurde am 11. März 1818 … als nicht lebensfähig, wieder eingezogen … Reallehrer Ohm wurde nach Aufhebung der genannten Schule zur Aushülfe in der überfüllten Ober-Primärschule, welche in der zweiten Abth. 55, in der ersten 58 Schüler zählte, für den Unterricht in der deutschen Sprache verwendet, worüber derselbe jedoch sehr unzufrieden war“.

Georg Simon Ohm wurde 1789 in Erlangen als Sohn eines Schlossers geboren, der für seinen Stand ein außergewöhnliches Hobby pflegte: Er brachte sich autodidaktisch Kenntnisse in Mathematik bei und gab diese an seine drei Kinder weiter. So erhielt Georg Simon schon früh eine profunde mathematische Ausbildung. Er war zunächst „nur“ Mathematiklehrer, doch seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Physik waren so bedeutend, dass er damit in die Geschichte der Naturwissenschaften einging: Georg Simon Ohm erkannte den Zusammenhang zwischen Stromstärke, Spannung und Widerstand. Mit dem nach ihm benannten Ohmschen Gesetz legte er den Grundstein für Telegraphie, Elektronik und Mikroelektronik.

Was genau ist das Ohmsche Gesetz?

Das Ohmsche Gesetz postuliert folgenden Zusammenhang: Wird an ein Objekt eine veränderliche elektrische Spannung angelegt, so verändert sich der hindurchfließende elektrische Strom in seiner Stärke proportional zur Spannung. Mit anderen Worten: Der als Quotient aus Spannung und Stromstärke definierte elektrische Widerstand ist konstant, also unabhängig von Spannung und Stromstärke.

Trotz erfolgreicher Untersuchungen erlangte er jedoch zunächst keinen bedeutenden Namen als Wissenschaftler. Das Ohmsche Gesetz, das er 1826 formulierte, fand erst später Anerkennung.

1827 veröffentlichte Ohm „Die galvanische Kette, mathematisch bearbeitet“, in dem er nicht nur die Abhängigkeit des Stroms vom Material des Drahtes noch einmal aufgriff. In dieser Veröffentlichung leitete er unter anderem theoretisch die durch seine Messungen belegte Abhängigkeit des Stroms von der Leiterlänge und vom Leitungsquerschnitt her. Auch die Zusammenhänge zur Reihen- und Parallelschaltung von Widerständen wurden von ihm schlüssig beschrieben.

In seinen Veröffentlichungen von 1826/27 erklärte Ohm – damals „nur“ Lehrer für Physik und Mathematik – die Beobachtungen vieler anerkannter Wissenschaftler anders, als sie es getan hatten.

Dass man ihn als Großer Physiker bezeichnete, blieb zu seiner Zeit weitgehend unbeachtet. Die wissenschaftliche Physik wurde damals naturphilosophisch ausgelegt. Physikalische Vorgänge mathematisch präzise zu beschreiben, wie Ohm dies tat, war experimentell arbeitenden Wissenschaftlern fremd.

Erst 1833, im Alter von 44 Jahren, wurden Ohms Leistungen als Wissenschaftler angemessen gewürdigt: Er erhielt eine Professur für Physik in Nürnberg. Eine bedeutende internationale Anerkennung erfuhr er 1841, als ihm die Copley-Medaille in London verliehen wurde – eine Auszeichnung, die dem heutigen Nobelpreis entspricht. Sehr spät, nämlich erst 1852, als Ohm 63 Jahre alt war, erfüllte sich sein Lebenstraum: Er wurde zum Professor für Mathematik und Physik an die Universität München berufen. Doch war ihm diese berufliche Erfüllung nur kurze Zeit vergönnt. Mit 65 Jahren verstarb Georg Simon Ohm. Die größte Ehrung wurde ihm Jahrzehnte nach seinem Tod zuteil: 1893 wurde das „Ohm“ international als Einheit des elektrischen Widerstandes eingeführt und ist es bis heute geblieben.

Mit 65 Jahren erlag Georg Simon Ohm auf einer Münchner Isarbrücke den Folgen eines Schlaganfalls. Im Alten Münchner Südfriedhof fand er seine letzte Ruhestätte. In der Ruhmeshalle in München steht eine Büste von ihm. Am Vorplatz der Technischen Universität München in der Theresienstraße erinnert ein Denkmal an Ohms Zeit in München. Im neuen U-Bahnhof des Garchinger Forschungszentrums wird Ohm mit einer Gedächtnistafel gewürdigt. Im Deutschen Museum sind seine physikalischen Instrumente zu sehen. In Nürnberg kann man an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule – kurz OHM –studieren. Und in Erlangen gibt es einen Georg-Simon-Ohm-Verein.

 

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