Das lässt tief blicken: Hallo Du da

Redaktion
Cappuccino (!) für die Herren Aufsichtsräte. Foto: Erich Weiß

Cappuccino (!) für die Herren Aufsichtsräte. Foto: Erich Weiß

Dass im Hinterstübchen Politik gemacht wird, vermuten viele. Dass man in Bamberg kein düsteres Stübchen benötigt, wo sich Politgrößen treffen, hat sich rumgesprochen – bis zu den Stadtwerken. Deren Werbeetat finanziert großflächig die BA-Kampagne, meist in der hauseigenen Hochglanz-Postille, auf eigenen Fahrzeugen und neuerdings auf Litfaßsäulen im öffentlichen Raum. Inmitten des brausenden Verkehrs und am helllichten Tag kann der Eingeweihte beim Koffeingetränk entschlüsseln, wer was und wieviel zu sagen hat.

Im anbiedernden, weil distanzlosen Internet-Jargon gibt man sich jung, dynamisch, lässig – und übernimmt die Neigung, den Duden zu negieren, inklusive der Ignoranz der italienischen Schreibweise. Und das in einer Presseabteilung, die das „BAMORE“ ganz groß schreibt. Das heiße italienische Kaffeegetränk aus Espresso, heißer Milch und heißem Milchschaum bildet eine Crema, die dem Ding seinen Namen gab: Den Barista der ersten Stunde erinnerte die bräunliche Farbe an das Habit der Kapuziner.

Frauen dürfen auch

Hallo Andi, hallo Christoph, hallo Franz-Wilhelm – gemeint sind wohl keine Kapuzinermönche, wohl eher männliche Mitglieder des Stadtwerke-Aufsichtsrats und Bamberger Stadtrats. Doch ist es deshalb frauenfeindlich? Wohl eher nicht – seit dieser Legislaturperiode sitzt tatsächlich eine Frau mit im sonst männlichen Aufsichtsrat. Aber deshalb ein Hallo Uschi? Das traute man sich dann doch nicht: Schließlich ist Dr. Ursula Redler Richterin am Amtsgericht Bamberg.

Ökostrom als Marketing-Gag http://www.gal-bamberg.de/index.php?id=1952 Juli 2016

 

3 Gedanken zu „Das lässt tief blicken: Hallo Du da

  1. Werbung ist immer dann gut, wenn drüber gesprochen wird.
    Diese hier ist aber „echt peinlich“ (unzumut-BA)
    Sonder-BA: Franz-Wilhelm gehört nicht dem Aufsichtsrat an. Wenigstens das ist wunder-BA

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