Flüchtlinge ohne Sozialberatung?

Kreistagsfraktion der Grünen

Nach den Ungereimtheiten rund um die geplante Notunterkunft in Walsdorf gibt es neue Verwirrungen beim Thema Asyl im Landkreis. Private Betreiber von Flüchtlingsunterkünften sollen der Asylsozialberatung der AWO Anfang des Monats gekündigt haben und wollen nun angeblich die dringend notwendige Beratung auf eigene Faust regeln.

Für die Kreistagsfraktion der Grünen eine unhaltbare Situation, denn die Asylbewerber sind auf die wichtige Beratungstätigkeit dringend angewiesen. Diese müsse aber fachlich kompetent und unabhängig gewährleistet sein und müsse daher in der Hand des Landkreises beziehungsweise der Wohlfahrtsverbände bleiben.

In diesem Zusammenhang muss man wissen, dass das Landratsamt vor knapp zwei Jahren mit der AWO und den Betreibern der Unterkünfte vereinbart hatte, dass der Wohlfahrtsverband die Sozialbetreuung zum Teil direkt mit den Betreibern abrechnet. So spart man sich im Landratsamt die Beteiligung des Landkreises an den Kosten. Die Grünen hatten dieses Konstrukt von vorneherein abgelehnt, da die Asylsozialbetreuung so der politischen Kontrolle entzogen wurde. „Eine derartig wichtige Aufgabe kann man nicht auf Vertrauensbasis durchführen“, sagt Kreisrat Andreas Lösche, „nun sehen wir, wohin das führen kann.“

Inzwischen werden auch konkrete negative Auswirkungen für die Flüchtlinge bekannt. So zeitigt die fehlende Unterstützung durch die AWO bereits Schwierigkeiten, wenn es etwa um Arztbesuche oder Übersetzungshilfen geht. Wichtige Fristen können nicht mehr eingehalten werden.

„Sollen diese Aufgaben nun auch noch von den ehrenamtlichen Helfern übernommen werden, die sowieso schon am Rande ihrer Belastbarkeit arbeiten?“ fragt Brigitte Finke von Freund statt Fremd. Die Kreistagsgrünen erwarten, dass eine angemessene Sozialberatung umgehend wieder geleistet werden kann. Einen entsprechenden Antrag haben sie im Kreistag gestellt.

 

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