Zum Tag des Lärms ein Leserbrief

Redaktion

Zum Tag des Lärms am 29.4. zeigte der BR einen Beitrag zum Lärm: Stress pur. „Da tun einem die Ohren weh.“ Lärm ist eine echte Gefahr nicht nur für unsere Ohren, sondern für unser Herz, unseren Blutdruck, unserem Organismus. Aus gegebenem Anlass ein Leserbrief zum Lärm – nicht nur der Güterzüge und dem geplanten Ausbau zum 4-spurigen Bahnausbau, sondern auch zum Umweltlärm.

Dipl. Ing. (FH) Hermann Rindchen - Bamberg

Der Lärm der lauten Güterzüge ist für Bamberg das gravierendste Umweltproblem

Wegweisende Artikel wie: „Die Bahn lässt ihr Schienennetz verrotten“ in der Welt vom
Juli 2014 oder die Sendung von Radio BR 2 „Die Bahn baut Lärmschutzwände, anstelle
ihre Güterzüge umzurüsten“ usw. passen dazu.
Im September 2014 lud die DB zum Lärmschutztag nach München. Vorgestellt wurden von Grauguss auf LL-Sohle umgerüstete Güterzüge, die von der Bahn als Flüsterbremsen
bezeichnet wurden. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) empfindet die Bezeichnung
„Flüsterbremse“ als bodenlose Frechheit (hier) und verglich sie mit lauten Kreissägen.
Auch die hochgepriesenen Schienenstegdämpfer bringen nach EU geförderten
Untersuchungen nur max. 1dB(A) Pegelminderung.
Siehe: http://www.uic.org/IMG/pdf/dampers_grinding_lowbarriers.pdf
und http://www.provinz.bz.it/umweltargentur/download/relazion_tecnica_dt.pdf

Der Schienenbonus von 5 dB wurde in der neugefassten Schall 03 für eingeleitete
Planfeststellungsverfahren ab 2015 gestrichen. Die nicht erreichte Pegelminderung bei Schienenstegdämpfer von 3 dB, werden fälschlicherweise gegengerechnet. Das bedeutet, dass gemessener Lärm keine Rolle spielt, denn Lärmkartierungen erfolgen nur nach Anzahl der Zügen und nicht nach Lärmpegel.
Laut Aussage des Bahnbevollmächtigten nimmt der ratternde Güterzugverkehr für Bamberg von 2025 bis 2030 um weitere 43 % zu. Schon jetzt kann man feststellen, dass die Güterzüge durch Bamberg länger geworden sind. Das bedeutet, dass in Bamberg unbedingt eine Pegelmessung entlang der Bahnlinie erfolgen muss.
Die GROKO hat in ihrem Koalitionsvertrag die politische Vorgabe, dass der Schienenlärm
deutschlandweit bis 2020 halbiert werden soll. Eine Halbierung des Lärmpegels von z.B. 96 dB bedeutet eine Senkung auf 86 dB.
In Deutschland sind ca. 11 Mio Menschen vom Verkehrslärm gesundheitlich betroffen,
dadurch entstehen Kosten von ca. 9.7 Mrd. € für die Gesellschaft.
Bamberg ist überall, wo Güterzüge unterwegs sind. Darum heißt der „Bamberger Weg“
für Bahn und Bamberg eine getunnelte Güterzugumfahrung entlang der A 73.

Zum Schluss ein Zitat von OB Niptsch aus Bonn:

„Wir werden niemanden wählen, der weiterhin mit einer technischen Infrastruktur des 19. Jahrhunderts, mit rollendem, gefährlichem Material durch die Stadt, aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, den Güterverkehr des 21. Jahrhunderts bewegen will.“

Dieser Leserbrief geht in Kopie auch an die Bamberger Bürgerinitiativen.

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