Max Brose: Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung für die Streitkultur in Coburg?

Redaktion

Mit diesem Satz beendet Christoph Süß von quer seinen Beitrag (hier), der unser Fernsehtipp ist. Die Diskussion um eine etwaige Umbenennung der Coburger Von-Schultes-Straße in eine Max-Brose-Straße, wie der Enkel Michael Stoschek dies wünscht, findet somit eine Fortsetzung. Eine wissenschaftlich fundierte. Auch der BR liefert exklusiv Recherchen nach, die dem Coburger Stadtrat über das evangelische Bildungswerk allerdings bekannt sein dürfte – unser Lese- Hörtipp und Sehtipp: Lief Kauf einer Villa „rechtmäßig“? Demnach hatte Brose 1935 die Villa von Abraham Friedmann, dem jüdischen Chef der Fleischfabrik Grossmann in Coburg bei einer Zwangsversteigerung erworben. Um ihn entzündete sich im Jahr 1929 die antisemitische Hetze, die im selben Jahr die Nazis an die Macht brachte. Für Friedmann bedeutete das die persönliche und wirtschaftliche Isolierung, die ihn auch in die Insolvenz führte. Und aus der Insolvenzmasse ersteigerte Max Brose das ehemalige Friedmann’sche Wohnhaus zu besten Bedingung. Nach der von Prof. Schöllgen publizierten Firmengeschichte zu brose lief alles ganz legal und nach Recht und Gesetz ab,worauf sich Michael Stoschek beruft.

Schöllgen BroseAllerdings lässt Schöllgen für Brose unangenehme Details, wie Zustandekommen der judenfeindlichen Gesetze sowie zwangsweise herbei geführte Insolvenzen außer Acht. In unserem Beitrag vom 9. April Niemand hat die Absicht, eine Max-Brose-Straße in Bamberg zu errichten! haben wir die deutschland-(nur-nicht-in-Coburg)-weite Kritik zu den Schöllgen’schen Firmengeschichten umrissen. Prof. Dr. Cornelia Rauh vom Historischen Seminar der Universität Hannover verfasste mit ihrem Beitrag „Angewandte Geschichte“ als Apologetik-Agentur? Wie Erlanger Forscher Unternehmensgeschichte „kapitalisieren“ (hier) eine grundlegende Kritik an Schöllgens Publikationen. Noch ein Lesetipp für alle Entscheidungsträger in Gemeinde- und Stadtgremien sowie interessierten BürgerInnen.

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