Widerstands-Mahnmal im Rathaus / Willy-Aron-Gesellschaft präsentiert Entwurf

Mitteilung aus dem Rathaus
vlnr: Bildhauer Albert Ultsch, Nikolai Czugunow-Schmidt und Mechthildis Bocksch von der Willy Aron-Gesellschaft, OB Andreas Starke und Zweiter Bürgermeister Dr. Christian Lange. Foto: Stadt Bamberg

vlnr: Bildhauer Albert Ultsch, Nikolai Czugunow-Schmidt und Mechthildis Bocksch von der Willy Aron-Gesellschaft, OB Andreas Starke und Zweiter Bürgermeister Dr. Christian Lange. Foto: Stadt Bamberg

Die Willy-Aron-Gesellschaft plant, ein Denkmal für den lokalen Widerstand im Dritten Reich zu setzen. Es soll aus den Kopfbüsten dreier Personen bestehen, die symbolisch für den Widerstand in der Region stehen. Willy Aron als Vertreter der Justiz und des politischen Widerstands der SPD, Hans Wölfel als Anwalt und Vertreter des kirchlichen Widerstands und Claus Schenk Graf von Stauffenberg als Vertreter des Widerstandes innerhalb des Militärs. Für die Umsetzung des Projektes werden noch Spendenmittel benötigt. Mit einer Ausstellung der Entwürfe im Rathaus Maxplatz sollen die Bürger über das geplante Denkmal informiert werden.

Seit 2003 setzt sich die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e.V. für „Zivilcourage, Erinnerung und Mahnung“ mit Projekten im Bamberger Stadtraum ein. Im Vordergrund, wie bei den „Stolpersteinen“, steht das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Bamberg, wie auch die Erinnerung und Ehrung von Persönlichkeiten, die den Weg des Widerstandes gegangen sind und ihr Leben geben mussten. Seit 2008 spricht der Verein sich, zunächst unter dem Vorsitz von Dr. Nikolai Czugunow-Schmitt, seit 2011 unter dem Vorsitz von Daniel Dorsch, für ein Widerstands-Mahnmal im zentralen Stadtraum aus. „Gedacht ist ein ehrendes Denkmal stellvertretend für alle couragierten Bürger Bambergs im Nationalsozialismus. So ist es auch zu verstehen, dass die ausgewählten Protagonisten aus ganz verschiedenen Lagern gewählt wurden, die das sehr weite Spektrum des Widerstandes auch zu unterschiedlichen Phasen des Nationalismus verdeutlichen“, so Daniel Dorsch, erster Vorsitzender der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e.V.

Das Mahnmal zeigt das politisch motivierte Handeln des in Bamberg lebenden jüdischen Sozialisten und Rechtsreferendars Willy Aron, der im Konzentrationslager Dachau bereits 1933 bestialisch zu Tode geprügelt wurde, mit dem damaligen Rechtsanwalt und Vorstand katholischer Bamberger Vereine, Hans Wölfel, der als Regimekritiker denunziert und am 3. Juli 1944 hingerichtet wurde, mit dem Offizier der Wehrmacht, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der mit dem persönlichen Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 der Unmenschlichkeit ein Ende setzen wollte und noch in der darauffolgenden Nacht im Innenhof im Bendlerblock in Berlin dafür standrechtlich erschossen wurde.

Die Bronze-Büsten, die jede für sich auf einer Cortenstahl-Stele und einer braunen groben Granitplatte steht, sollen einzelne Inseln im Harmoniegarten bilden. Die Köpfe werden den Betrachtern auf Augenhöhe begegnen.„Die Farbe Braun der Pophyr-Bodenplatten verweist auf den Nationalsozialismus, aus dem die drei Protagonisten heraustraten“, so Ultsch. Eine in der Bodenplatte eingelassene Messingplatte, ähnlich den „Stolpersteinen“, berichtet über die Person, deren Lebensdaten sowie deren Hinrichtung.

Die Vorarbeiten des insgesamt mit 150.000 Euro angesetzten Mahnmales für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus sind abgeschlossen. Nach vielen Vorgesprächen mit Stiftungen und Förderern in den vergangenen sechs Jahren, und auch ersten größeren Zuwendungen, ist der Verein zuversichtlich, die Finanzierung auf solide Füße stellen zu können. Ca. 50.000 Euro sind offen und müssten von couragierten Bürgern und Unternehmen aus Bamberg übernommen werden. Weitere Informationen: www.willy-aron.de. Spendenkonto: IBAN DE 97 770 500 00 0 302 187 760, BIC BYLADEM1SKB (Sparkasse Bamberg).

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