Die Bamberger Prominenz strickt am „roten Faden“ für den Domberg

Redaktion
Rote Wolle gibt's zuhauf. Foto: Erich Weiß

Rote Wolle gibt’s zuhauf. Foto: Erich Weiß

Man stelle sich vor – ein Kaffeekränzchen der ganz besonderen Art: im roten Plüschsessel relaxed und gewohnt heiter Dr. Regina Hanemann, ihr gegenüber auf dem schwarzen Herrensofa Dr. Holger Kempkens neben Prof. Dr. Werner Taegert – beide hin und her rutschend, weil sich sichtbar unwohl fühlend ob der ungewohnten Herausforderung – das Kränzchen bereichernd Dr. Birgit Kastner im barocken Salonstuhl. Nicht über Manuskripten, Folianten und Exponaten brütend, sondern am roten Faden strickend, Wangen erhitzt ob der gänzlich neuen Herausforderung, eins-rechts-eins-links oder nur rechte, keine Masche fallen lassend. Schließlich soll ein 500 Meter langes Band die Museen am Museumstag symbolisch verbinden – eine Herkulesaufgabe für ein heiteres Beisammensein!

Mitteilung der Domberg-Initiative

domberg_plakat_museumstagStricken oder häkeln für die Kultur: Mit einem mindestens 500 Meter langen „roten Faden“ wollen die fünf Kultureinrichtungen am Bamberger Domberg gemeinsam den Museumstag am 18. Mai feiern, der dieses Jahr unter dem Motto „Sammeln verbindet“ steht. Daher ist ganz Bamberg aufgerufen, zur Wolle zu greifen: Das Band soll als ein Symbol für die große gemeinsame Sammlungsgeschichte der Häuser vom Diözesanmuseum über das Historische Museum zur Neuen Residenz mit Prunkräumen und Staatsgalerie bis zur Staatsbibliothek reichen. Ein facettenreiches Führungsprogramm und viele Kinderaktionen werden am Museumstag die reichen Schätze der Sammlungen am Domberg erlebbar machen!

Sammeln gehört zu den ältesten Leidenschaften der Menschheit. Aus solchen Sammlungen sind unsere Museen hervorgegangen, deren wichtigste Aufgabe es ist, Kulturgut zu sammeln, um es für die Nachwelt zu erhalten, zu erforschen und auszustellen. Der unglaubliche Reichtum der Museen und Kultureinrichtungen um den Bamberger Dom geht auf große Sammlerpersönlichkeiten und engagierte Bürger zurück, auf Stifter und Mäzene wie Heinrich und Kunigunde, die den Grundstock der Domschatzkammer legten, auf potente Auftraggeber und Katalysatoren des Kunstbetriebs wie die Fürstbischöfe und auf bürgerliche Sammler im 19. Jahrhundert so wie Joseph Hemmerlein, der seine bedeutende Gemäldesammlung der Stadt stiftete. Heute bilden die Sammlungen und historischen Räume in den Museen, in der Staatsbibliothek und in der Neuen Residenz Brücken zwischen unserer kulturellen Vergangenheit und der Gegenwart. Sie sind ein „roter Faden“, der uns mit der Geschichte der Kunstwerke und mit den Menschen , die sie gesammelt haben verbindet. Unsere Aufgabe ist, ihn weiterzuknüpfen.

Bis es am Museumstag zu diesem Thema zahlreiche lange und kurze Führungen in allen fünf Kultureinrichtungen geben wird, Jung und Alt auf Entdeckungsreise durch die Geschichte der Sammlungen gehen dürfen, soll in einer Gemeinschaftsaktion der symbolische „rote Faden“ entstehen. „Der rote Faden für den Domberg wird ein Gemeinschaftswerk sein, das nicht nur die Museen am Domberg miteinander verbindet, sondern auf besondere Weise auch alle, die dazu beitragen, dass dieser Faden entsteht!“, so Dombergkoordinatorin Birgit Kastner. Die Mitarbeiterinnen der Museen haben bereits losgelegt, eine engagierte Häkelrunde hat sich gemeldet und bald sollen noch Schulen, Vereine und natürlich jedermann und jede Frau, die motiviert sind, mitmachen. Anlaufstelle für die Aktion ist Friederike Pfund, die im Wollstudio Sonderposten günstiger roter Wolle bereithält und für jedes verstrickte Knäuel 50 Cent zurückerstattet. Bei ihr können die fertigen Fäden – auch die aus eigenen Wollresten – bis spätestens zum 2. Mai zurückgegeben werden. Das Zusammennähen des „Fadens“, der mindestens 500 Meter lang sein muss, wird von „Mode macht Mut“ geleistet. Damit unterstützen alle Strickerinnen und Stricker gleichzeitig das soziale Projekt in der Luitpoldstraße.

Wie funktioniert’s? Eine Anleitung für den „roter Faden“:
Maße:
Breite 5 cm, Länge mind. 200 cm
Wolle: Verarbeitet werden können Wollreste in allen Rottönen – von orange, pink und rot bis rotbraun. Alternativ gibt es günstige „Rote-Faden-Wolle“ beim Wollstudio an der Promenade in Bamberg, das die Aktion mit einer Rückerstattung von 0,50 € pro verarbeitetem, dort gekauften Knäuel unterstützt.
Abgabe: Alle gestrickten oder gehäkelten Wollbänder müssen im Wollstudio, Promenade 18, Bamberg bis zum 2. Mai abgegeben werden.
Verlosung: Unter allen Teilnehmer/-innen werden Domberg-Tickets im Wert von je € 10 verlost!

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