Bewerbungsverfahren für Immaterielles Kulturerbe stößt auf großes Interesse / Bundesweites Verzeichnis soll Ende 2014 stehen

Dass die jüngste Pressemitteilung der Stadt Bamberg zum Immateriellen Kulturerbe die von der Stadtspitze unterstützte Bewerbung „Bamberger Gärtnerei“ besonders hervorhebt, ist nicht verwunderlich. Dass sie aber die zweite aus Bamberg eingereichte Bewerbung, nämlich die zur „Sandkerwa“, gänzlich unterschlägt, ist kein feiner Zug. Nun gut, unsere Leser sind informiert: Bewerbung für immaterielles Kulturerbe in und um Bamberg Ins Rennen gehen: Limmersdorfer Lindenkirchweih, die Bamberger Gärtner und die Sandkerwa. Das bayerische Kultusministerium entscheidet.

Pressemitteilung der Stadt Bamberg

„Bamberger Gärtnerei“ einer von 128 Vorschlägen

Das Interesse am immateriellen Kulturerbe in Deutschland ist groß. Die Kulturministerien der Länder verzeichneten insgesamt 128 Bewerbungen für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis, wie die Deutsche UNESCO-Kommission berichtet. Laut Auskunft des Zentrums Welterbe Bamberg gingen beim bayerischen Kultusministerium neben der „Bamberger Gärtnerei“ weitere 15 Bewerbungen ein. Jedes Bundesland kann zwei Vorschläge an die Kultusministerkonferenz übermitteln, die daraus eine Vorschlagsliste erstellen wird.

Bis zum 30. November 2013 konnten sich Vereine, Gemeinschaften und Organisationen bei den 16 Kultusministerien um die Aufnahme in das Verzeichnis bewerben. Der Verein Gärtner- und Häckermuseum schlug mit Unterstützung der Stadt Bamberg die „Bamberger Gärtnerei“ als Sammelbegriff für die Gärtnerstadt, die Menschen, die dort leben und arbeiten, die kulturellen Traditionen der Gärtner, deren Bau- und Wohnformen sowie das gärtnerische Brauchtum samt seiner religiösen Dimension, Kleidung und Sprache vor.

Die 128 eingereichten Bewerbungen spiegeln die große Vielfalt von Traditionen wider, die in Deutschland lebendig sind und gepflegt werden. Zu den Vorschlägen zählen unter anderem die mündliche Erzähltradition „Graweredersch“ aus Thüringen, der deutschlandweit praktizierte Chorgesang oder die sächsischen Bergaufzüge und Bergparaden. Das Immaterielle Kulturerbe drückt sich in insgesamt fünf Bereichen aus: darstellende Künste, mündliche Überlieferungen, Bräuche, Rituale und Feste, Handwerkskünste sowie Wissen im Umgang mit Natur und Universum.

„Die Erstellung des bundesweiten Verzeichnisses ist kein Wettbewerb um die schönste Tradition. Es geht auch nicht darum, Bräuche museal zu konservieren. Es geht um Wertschätzung, Wissen und Können. Die Aufmerksamkeit soll dazu führen, dass gelebte Traditionen von Generation zu Generation weiterentwickelt werden“, erläutert der Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Professor Christoph Wulf. Mit dem Verzeichnis werde es erstmals eine Bestandsaufnahme des immateriellen Kulturerbes in Deutschland geben.

Bis April werden die Bundesländer eine Vorauswahl für das Verzeichnis treffen. Jedes Land kann der Kultusministerkonferenz zwei Vorschläge unterbreiten. Diese erstellt daraus eine Vorschlagsliste, die an das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission weitergeleitet wird. Das unabhängige Expertenkomitee evaluiert im September 2014 die Vorschläge aus den 16 Ländern und die länderübergreifenden Bewerbungen. Voraussichtlich im Dezember 2014 werden dann die ersten Einträge in dem bundesweiten Verzeichnis präsentiert.

Ein Gedanke zu „Bewerbungsverfahren für Immaterielles Kulturerbe stößt auf großes Interesse / Bundesweites Verzeichnis soll Ende 2014 stehen

  1. Hallo,
    ich lese, dass das Bay. Kulturministerium entscheidet?
    Was wird da wohl heraus kommen für Fränkische Bewerber??
    Es ist zu befürchten nicht viel, was weiss das Bay. Kultusministerium oder wen interessiert dort, z.B. die Bamberger ( fränk.), Gärtnerstadt-und Kultur?

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