„Folterverbot muss für alle Menschen gelten“

Erzbischof Schick zum Tag der Unterstützung der Folteropfer:

„Deshalb muss die USA auch das Guantanamo-Lager schließen“

Bamberg. (bbk) Das Verbot des Folterns muss weltweit durchgesetzt und international kontrolliert werden. Dies sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick anlässlich des internationalen Tages zur Unterstützung der Folteropfer am 26. Juni. „Für Christen und alle Verfechter der Rechtsstaatlichkeit ist es undenkbar, anderen Menschen vorsätzlich körperliche oder seelische Schmerzen zuzufügen, um Aussagen zu erpressen oder um zu bestrafen. Kein Zweck kann die Mittel der Folter heiligen“, so Schick.

„Folter verletzt den Grundsatz der Unantastbarkeit der Würde des Menschen sowie das Gebot der Nächstenliebe. Es ist ein barbarisches Verbrechen, das den Gefolterten zum Objekt degradiert“, sagte Schick. Das Menschenrecht der Unantastbarkeit des Lebens und des Leibes gelte für jeden Menschen, auch wenn er Böses getan und moralisch versagt habe. „Der Mensch als Geschöpf Gottes darf nicht durch Methoden wie Schlafentzug, Elektroschocks, simuliertes Ertränken oder welche Schrecklichkeiten auch immer in einen Zustand gebracht werden, in dem er nicht mehr Herr über sich selbst ist und in dem er möglicherweise vor Angst und in Schmerzen bereit ist, zuzugeben, was er gegebenenfalls nicht einmal getan hat.“ Christen dürfen sich niemals damit abfinden, dass in derzeit mehr als 100 Ländern der Welt Folter oder andere Misshandlungen geschehen.

Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz ist, warnte zudem davor, durch die juristische Neudefinition von Folter Verhörmethoden zuzulassen, die Erniedrigung und Schmerz zur Folge hätten. Gefängnisse, die von vornherein jeder juristischen internationalen Kontrolle entzogen seien, dürfe es nicht geben. Deshalb sei auch Guantanamo zu schließen, das aber bei weitem nicht das einzige Gefängnis sei, das der rechtsstaatlichen Kontrolle entzogen sei.

Ein Gedanke zu „„Folterverbot muss für alle Menschen gelten“

  1. Leiber Herr Erzbischof Schick,
    man soll nicht nur der vielen Folteropfer in der weiten Welt gedenken und für
    die Abschaffung jeglicher Folter eintreten.
    Wir brauchen alle nicht „bis Guantanomo zu blicken“, in Bayreuth nur ca. 60km von Bamberg sitzt das Folteropfer Gustl Mollath, dem sollte schnell geholfen werden.

    Ich bitte Sie sich dafür ein zu setzen, dass Gustl Mollath so schnell es geht aus seiner täglichen Folterqual in der geschlossenen Anstalt in Bayreuth entlassen schnell wird und der Rechtsstaat sich damit in diesem Land als solcher erweist.

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