Gute Wahl und frohe Nachricht. Jonathan Nott folgt bei der Jungen Deutschen Philharmonie Lothar Zagrosek nach.

Von Musicouskuß

Jonathan Nott. Foto: Volker Beushausen

Daß sich Jonathan Nott und die Junge Deutsche Philharmonie ganz wunderbar (und nicht nur aufs Musizieren) verstehen, davon war in dieser Zeitung zu Frühlingsbeginn zu lesen. Soeben erreicht uns aus Frankfurt am Main, wo das Nachwuchsensemble von Rang seinen Sitz hat, die Meldung, Jonathan Nott werde – vom Juli nächsten Jahres an – zunächst bis 2019 als Erster Dirigent und Künstlerischer Berater die Geschicke der Jungen Deutschen Philharmonie maßgeblich gestalten und ihr seinen Stempel aufdrücken können. Dies soll nicht nur am Dirigentenpult geschehen, sondern sich auch in inhaltlichen Entwicklungen, Programmplanungen und Strategien bemerkbar machen sowie in Notts gezielter Mitwirkung in Sachen Marketing und Sponsoring.

Wenn im Herbst 2014 die Junge Deutsche Philharmonie auf vier Dekaden glänzender Arbeit zurückblicken kann, soll die offizielle Amtsübergabe durch Notts Vorgänger Lothar Zagrosek erfolgen. „Es ist eine große Freude, mit diesen jungen Menschen zusammenzuarbeiten, weil sie nicht nur ihr Instrument auf höchstem Niveau beherrschen, sondern sich darüber hinaus offen und neugierig auf musikalische Reisen einlassen wollen. Ich beschäftige mich schon so lange mit dem Erforschen der Musik und merke, wie ich dabei für das Leben lerne. Ich möchte meine Erfahrungen mit diesen jungen Musikerinnen und Musikern teilen. Die Arbeitsweise und Struktur der Jungen Deutschen Philharmonie ermöglicht einen Austausch, der außergewöhnlich ist und der mich sehr berührt hat“, ist Jonathan Nott vorfreudig erregt. Das routinefreie Engagement der jungen Musiker hat Nott erstmals auf der diesjährigen Frühjahrstournee kennengelernt, bei der neben Mahler auch Schostakowitsch geboten wurde.

Auch der Vorstandssprecher des Orchesters, Nico Treutler, ist überzeugt davon, in dem gerade fünfzigjährigen Engländer den perfekten Kandidaten gefunden zu haben: „Als junges Orchester freuen wir uns außerordentlich, daß wir mit Jonathan Nott einen höchst engagierten Weltklassedirigenten für die Junge Deutsche Philharmonie begeistern konnten, der deren Ideale wie Selbstbestimmung, innovative Programmgestaltung und ganzheitliche Ausbildung von Musikerinnen und Musikern voll und ganz mitträgt. Schon auf unserer Frühjahrstournee 2013 mit Mahlers Neunter Sinfonie konnten wir die besondere Intensität und Qualität seiner künstlerischen Arbeit erleben. Nun sind wir voll gespannter Vorfreude auf eine fruchtbare und kreative Zusammenarbeit!“

Es wäre ein schöner Zug, wenn Nott den Nachwuchs (aus dem auch einige Bamberger Symphoniker kommen) einmal an der Regnitz, wo man eben immer nur – freilich auf ganz hohem Niveau – die Bayerische Staatsphilharmonie hören kann, vorstellte.

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