Artenreicher Lebensraum am Berliner Ring

Deutsche Umwelthilfe besuchte Naturschutzprojekt „Straßenränder auf Terrassensand“

Bundesförster Jens-Eckhard Meyer erläutert den Gästen von der Deutschen Umwelthilfe die Landschaftspflege mit Wildschafen (Mufflons) im Naturschutzgebiet Muna. Foto: Umweltamt

Im Jahr 2007 zeichnete die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Stadt Bamberg für ihr Naturschutzprojekt „Straßenränder auf Terrassensand“ aus. Jetzt besah sich eine Delegation des Verbandes dieses Projekt, um sich die seitherige Entwicklung vor Augen zu führen.

Bei einer Fahrradexkursion mit den Gästen aus Berlin und Radolfzell stellten der Projektbetreuer Hermann Bösche und der städtische Naturschutzbeauftragte Dr. Jürgen Gerdes den artenreichen Lebensraum vor. Seit 1999 habe sich die Zahl der Pflanzenarten entlang des Berliner Rings von 320 auf 448 (2012) erhöht. Es erfolgte keine Ansaat. Die hohe Zunahme der Artenzahl sei im Wesentlichen dadurch verursacht, so Gerdes, dass Gartenamt und Straßenbauamt nur noch einmal im Jahr mähen würden. Und zwar erst nach der Fruchtbildung der Pflanzen im September. Wichtig sei, dass das Mähgut entfernt werde, damit der Standort „mager“ bleibe, was so viel heißt wie stickstoffarm. Denn auf solchen Böden wüchsen wesentlich mehr Pflanzenarten als auf einer normalen Wirtschaftswiese.

Bemerkenswert sei, dass sich in den 14 Jahren Projektzeit auch der Anteil sehr seltener Arten erhöht habe. Die Straßenränder wirken, erläuterte Bösche, als verbindende Korridore zwischen den großflächigen Sandmagerrasen Flugplatz Breitenau und Naturschutzgebiet Muna. Entlang dieser Linien könnten sich die Pflanzen ausbreiten. Bamberg sei damit Teil eines weit größeren Gebietes: der SandAchse Franken. Sie reicht entlang des Regnitzales über Erlangen und Nürnberg bis nach Weißenburg.

Die Mitarbeiter der Deutschen Umwelthilfe betonten, dass das Bamberger Projekt immer wieder zu Nachfragen von anderen Kommunen führe. In einer Broschüre habe man vorbildliche Projekte von Kommunen, die Artenvielfalt im Gemeindegebiet zu erhöhen, veröffentlicht – darunter auch Bamberg.

Mehr Informationen unter: www.stadt-gruen.de

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