Das Landesjugendsinfonieorchester Oberfranken wagt sich an Wagner. Zum Abschluß einer kleinen Ostertournee gastieren die Musici in Stegaurach. Am Pult: Till Fabian Weser.

Jugendsymphonieorchester Oberfranken

Von Musicouskuß

Es ist zwar nur eine Ouvertüre, aber was für eine! Große Besetzung, viele Blech, Melodienzauber und satte Harmonien, noch dazu von einem Komponisten, der (nicht nur im gegenwärtigen Jubeljahr) allenthalben und allerorten gefeiert wird, dabei aber sehr eng mir Oberfranken verbunden ist. Was die fünf Dutzend Nachwuchsmusiker des Landesjugendsinfonieorchesters Oberfranken aus Richard Wagners anspruchsvoller Partitur der „Rienzi“-Ouvertüre machen werden, ist bei einer dreitägigen Ostertournee mit Stationen am Ostersamstag in Naila (18 Uhr, Frankenhalle), tags drauf im Coburger Kongreßhaus Rosengarten (Konzertbeginn bereits um 17.30 Uhr) und am Ostermontag in Stegaurach (ebenfalls 17.30 Uhr, Aurachtalhalle) zu erleben.

Die Ouvertüre zu „Rienzi“ – Wagners dritte vollendete Oper wurde im Oktober 1842 in Dresden uraufgeführt – dürfte für das Landesjugendsinfonieorchester eine Herausforderung sein, aber genau das will und braucht man ja, und gerade weil ihnen noch die langjährige Erfahrung fehlt, weil ihnen die bisweilen in mehr oder weniger gepflegte Langeweile umschlagende Routine – noch – fremd ist, brennen die Musiker darauf, spielen zu dürfen, wollen gefordert und selbstverständlich auch gefördert werden. 1984 wurde das Landesjugendsinfonieorchester von dem Mahler-Mann Günther Weiß, der lange Jahre als künstlerischer Leiter der Musikbegegnungsstätte Haus Marteau in Lichtenberg bei Hof wirkte, gegründet.

Die Musiker sind zwischen fünfzehn und einundzwanzig Jahren alt; sie finden in den Osterferien zusammen und erarbeiten im Schullandheim von Weißenstadt/Wunsiedel ein Programm, das sie anschließend auf einer Konzertreise durch die Heimat vorstellen. Das Landesjugendsinfonieorchester ist zweifelsohne eine gute Schule, wie Erfolge ehemaliger Mitglieder belegen. Da ist beispielsweise die Geigerin Sornitza Baharova, die in München bei Ingolf Turban studierte und inzwischen als Konzertmeisterin das Philharmonische Staatsorchester Mainz anführt. Da ist auch der gebürtige Kronacher Axel Kober. Kober ist Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein und soll in diesem Festspielsommer auf dem Grünen Hügel den „Tannhäuser“ machen.

Als Solistin konnte 2013 Verena Obermayer gewonnen werden. Die Bamberger Symphonikerin wird das Konzert für Violoncello Nr. 1 in a-moll von Camille Saint-Saëns machen, entstanden 1872. Es zählt zu Saint-Saëns‘ populärsten Werken und gefällt unter anderem durch einen hochvirtuosen Finalsatz. Immenser Beliebtheit erfreut sich auch die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“, Antonín Dvořáks Opus 95 in e-moll, das erstmals 1893 in der Carnegie Hall erklang. Nicht nur auf das Adagio wird man sich freuen dürfen. Abgerundet wird das Programm des Jugendsinfonieorchesters durch die Fanfare aus dem Ballett „La Péri“ von Paul Dukas, entstanden in Gustav Mahlers Todesjahr.

Am Pult des oberfränkischen Nachwuchsorchesters steht erstmals Till Fabian Weser. Der aus Bloomington/Indiana gebürtige Trompeter der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie hat sich in den letzten Jahren zunehmend (auch) dem Dirigieren verschrieben und beispielsweise mit der von ihm initiierten Sommer Oper Bamberg, die heuer mit Mozarts „Don Giovanni“ ihre fünfte Auflage erleben wird, beeindruckende Erfolge gefeiert.

Das Jugendsinfonieorchester, sagt Weser, bedeute ihm „sehr viel, ist es doch wichtig, die jungen Musiker aus Oberfranken zusammenzubringen und im gegenseitigen Austausch großartige Werke der symphonischen Musik zu erarbeiten und aufzuführen.“ Weser sieht darin ganz klar ein „Bekenntnis zu Oberfranken“. Apropos: Für die jungen Bamberger Instrumentalisten David Gahlau,

Patrick Seuling, Jonathan Weimer, Sarah Rempe, Johanna Villmann, Andrea Hepple, für Barbara Mühlbauer, Sophia Furthmüller, fürYasin Cetin und Annamarie Bauer wird das abschließende Konzert der kleinen Ostertournee am 1. April in der Aurachtalhalle Stegaurch zu so etwas wie einem Heimspiel werden.

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