Dicke Luft in Bamberg

Redaktion

Und schon wieder war die Bamberger Luft „schlecht“. Das Bayerische Landesamt für Umwelt misst die Luftqualität an der Löwenbrücke und stellte Freitag und Samstag fest: die Konzentration mit Feinstaub (PM 10) lag über 50 µg/m3. Der höchste Wert wurde am Samstag um 10.00 Uhr, 11.00 Uhr und 12.00 Uhr mit kontinuierlich 74 µg/m3 gemessen. Wenn die Menge an Feinstaub in der Luft  50 µg/m3 überschreitet, gilt das als gesundheitsgefährdend. Bevor allerdings die Behörden aktiv werden müssen, darf dieser Grenzwert an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Schon im Januar 2013 lag dicke Luft über ganz Bamberg. Nicht ganz so schlimm wie gleichzeitig in Peking, aber schlimm genug. Fünf Tage in Folge überstieg die Belastung der Luft mit Feinstaub den zulässigen Grenzwert von 50 µg/m3. Über mehrere Tage stieg die Belastung kontinuierlich an, bis die Luft schließlich am Mittwoch, den 23. Januar mit über 100 µg/m3 Feinstaub sogar „sehr schlecht“ war. Am schlechtesten war die Bamberger Luft am 23. Januar 2013 um 19.00 Uhr mit einem Wert von 128 µg/m3, so die Messungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Smog gab es im Januar nicht nur in Bamberg, sondern in ganz Franken. Auch in Würzburg, Schweinfurt, Kulmbach und Bayreuth wurden Feinstaub-Werte von über 100 µg/m3 gemessen.

Im Januar und auch in den letzen Tagen wieder hatten wir eine der für die Stadt und Region typischen Inversionswetterlagen. Über der kalten Luft am Boden lag als Deckel eine warme Luftschicht. Weil kalte Luft nicht aufsteigen kann, sammelten sich unsere Abgase von Dieselmotoren, Kaminöfen und der Industrie in den bodennahen Luftschichten. Es gab kaum Wind, der den Smog weggeblasen hätte. Erst nach Tagen löste sich der Dunst auf, man konnte den Himmel wieder klar sehen. Und es stank nicht mehr nach konzentrierten Abgasen.

Die Luftqualität in Bamberg wird vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in einer fest installierten Meßstation an der Löwenbrücke kontinuierlich gemessen. Dort werden Daten zur Luftbelastung mit Feinstaub (PM 10), mit Stickstoffdioxid und mit Kohlenmonoxid erhoben. Die stündlich aktualisierten Daten sind öffentlich verfügbar und können online eingesehen werden.

Das Umweltamt der Stadt Bamberg misst die Luftqualität mit einem mobilen Meßwagen. Diesen Meßwagen kennt man aus dem Bamberger Straßenbild, er steht immer wieder über mehrere Wochen an Hauptverkehrsachsen wie dem Pfahlplätzchen, der Unteren Königstraße, der Memmelsdorfer Straße oder dem Kapuzinerstraße. Online abzufragen sind die Daten zur Feinstaubbelastung der Luft aus vergangenen Meßreihen. Ob noch Daten zu weiteren Schadstoffen in der Luft erhoben werden (Stickstoffdioxid ? Kohlenmonoxid ? Ozon ? Schwefeldioxid ? Ruß?), gibt die Stadt auf ihrer homepage nicht bekannt.

Die Werte über Feinstaubbelastung der Bamberger Luft aus sind aus den Meßreihen der Stadt vom Februar 2006 bis derzeit zum 21. August 2012 öffentlich einsehbar. Die Ergebnisse werden wie folgt aufbereitet: einer Tabelle läßt sich entnehmen, wie oft im jeweiligen Jahr der Grenzwert von 50 µg/m3 Feinstaub (PM 10) überschritten wird. Besonders interessant sind die Graphiken, die zu jeder Meßreihe erstellt worden sind, und an denen sich die Tageswerte ablesen lassen.

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