Erzbistum Bamberg unterstützt die Kirche in Haiti mit knapp 250.000 Euro Spenden

Erzbischof Schick (l.) und Bischof Langlois beim Gespräch im Bamberger Bischofshaus.

Bischof Langlois bedankt sich für großherzige Hilfe

Bamberg. (bbk) Das Erzbistum Bamberg unterstützt den Wiederaufbau des beim Erdbeben 2010 zerstörten Priesterseminars von Haiti mit fast 250.000 Euro. Diese Zusage machte Erzbischof Ludwig Schick am Sonntag bei einem Besuch von Bischof Chibly Langlois, dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Haiti, in Bamberg. Das Geld stammt vollständig aus Spenden, die nach der Erdbebenkatastrophe für diesen Zweck eingegangen sind.

Bischof Langlois bedankte sich nach einem gemeinsamen Gottesdienst mit Erzbischof Schick im Dom bei den Gläubigen des Erzbistums mit den Worten: „Mit Ihrer finanziellen und spirituellen Hilfe werden Sie zu Missionaren in Haiti, auch wenn Sie hier in Bamberg leben.“ Das Erdbeben im Januar 2010 habe die Erde erschüttert, aber auch die Herzen der Menschen, die sich danach geöffnet hätten, um zu helfen. Schon vor der Katastrophe habe es in dem Land viele Nöte gegeben, die danach noch verstärkt wurden. 80 Prozent der Einwohner lebten in extremer Armut und verfügten über nur zwei Euro am Tag.

Nach der Messe trafen die Bischöfe Schick und Langlois im Bischofshaus zu einem Gespräch mit Generalvikar Georg Kestel und Weltkirche-Referent Michael Kleiner zusammen. Hier erläuterte Bischof Langlois die derzeitige Situation im Priesterseminar von Port-au-Prince, wo 300 Seminaristen aller zehn Diözesen von Haiti untergebracht seien. Gelehrt werde derzeit in provisorischen Zelten. Schwierigkeiten habe die haitianische Kirche aber auch, den Lebensunterhalt ihrer Priester zu bestreiten. Er hoffe daher auch künftig auf Gebet und Hilfe aus Deutschland. Am Mittag war Bischof Langlois im Bamberger Priesterseminar zu Gast. Vom Vorabend hatte er mit Erzbischof Schick ein Konzert der Bamberger Symphoniker besucht.

Bischof Langlois wurde 1958 im Süden Haitis geboren und 1991 zum Priester geweiht. Von 1994 bis 1996 studierte er in Rom. Acht Jahre lang leitete er als Gründungsdirektor das von Adveniat geförderte diözesane Centre Pastoral in Jacmel und war im dortigen Bistum verantwortlich für die Jugendseelsorge. Im April 2004 wurde er zum Bischof von Fort-Liberté im Nordosten Haitis ernannt. Seit August 2011 ist er Bischof des Bistums Les Cayes im Südwesten Haitis.

Die Erzdiözese Bamberg ist seit fast 50 Jahren mit dem kleinen und armen Karibikstaat besonders verbunden. Nach der Erdbebenkatastrophe im Januar 2010 wurde aus dem Bereich des Erzbistums rund 660.000 Euro Soforthilfe geleistet und damit der Aufbau von Schulen, Waisenhäusern, Sozialstationen und Krankenhäusern unterstützt.

Erzbischof Schick betonte, dass Haiti als eines der ärmsten Länder in Lateinamerika ihm besonders am Herzen liege. Auch drei Jahre nach der Erdbebenkatastrophe dürfe Haiti nicht vergessen werden. Das Land sei immer noch auf Hilfe angewiesen.

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