Stadtgestaltungsbeirat

 Redaktion

Die Geschäftsordnung des Stadtgestaltungsbeirats vom März diesen Jahres wird geändert. Nach eigenem Bekunden, um die Transparenz durch öffentliche Sitzungen zu erhöhen. Zusätzlich soll die Unabhängigkeit des Expertengremiums gestärkt werden, denn in Zukunft sollen ausschließlich Externe berufen werden können. Positive Beispiele, wie Würzburg und Regensburg, werden als Vorbilder genannt. Bislang waren sowohl der/die Baureferent/in als auch die/der Vertreter/in des Zentrums Welterbes automatisch ständige Mitglieder – das ist nun nicht mehr so. Dafür dürfen Oberbürgermeister, Baureferent und die Fraktionen des Stadtrats mit je einem ständigen Vertreter an den Sitzungen, allerdings ohne Stimmrecht, teilnehmen.

In der heutigen Stadtratssitzung wurde zwar grundsätzlich eine Öffnung für Interessierte begrüßt, allerdings auch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und einer offensiven Diskussion geäußert. Baurefernt Ilk ergänzte, dass mit „generell öffentlich“ ein nichtöffentlicher Bereich impliziert sei, er in jedem Fall eine stilvolle Diskussionskultur anstrebe.

Gleichzeitig wird die Geschäftsführung vom Stadtplanungsamt zum Baureferat verlegt und die Anzahl der Mitglieder von sieben auf sechs verkleinert. Erste öffentliche Sitzung ist für den 13. Dezember 2012, 14 Uhr im großen Sitzungssaal im Rathaus Maxplatz angesetzt.

Keine Förderung von Architektur- und Gestaltungsqualität

Der Stadtgestaltungsbeirat Bamberg soll als Zielsetzung in architektonischen, städtebaulich und stadtplanerisch relevanten Fragen gutachterliche Stellungnahmen abgeben. Als Instrument eines vorauslaufenden Dialog- und Beteiligungsverfahrens diene er der möglichst frühzeitigen Erkennung von Konfliktpotentialen und zur Erarbeitung von Lösungswegvorschlägen. Gleichzeitig können Kompetenz und Entscheidungsfindung auf breiter Basis, Investorenfreundlichkeit durch Verfahrensbeschleunigung, Vertrauen und Imagegewinn durch mehr Transparenz im Verwaltungshandeln erzielt werden. Ein etwaiger Aspekt zur Förderung von Architektur- und Gestaltungsqualität, wie dies andere Städte vorsehen, ist nicht als Ziel formuliert.

Einen anders gelagerten Anspruch ist beim Regensburger Vorbild auszumachen: „Zielsetzung bei der Einrichtung des Gestaltungsbeirats (GBR) ist es, zu der Verbesserung des Stadtbildes beizutragen, die architektonische Qualität auf einem hohen Standard zu sichern sowie städtebauliche und architektonische Fehlentwicklungen zu verhindern. Zusätzlich werden positive Auswirkungen auf ein intensiveres und besseres Architekturbewusstsein bei allen an der Stadtgestaltung Beteiligten erwartet.“

7 Gedanken zu „Stadtgestaltungsbeirat

  1. Bin ich zu pessimistisch? „Investorenfreundlich“ klingt für mich nach Atrium, Theatergassen oder dem aktuellen Entwurf zu City Passage / Quartier an der Stadtmauer… Investoren mögen billige, eckige Betonschachteln. Wer’s mag, kann sich davon viel in anderen Städten wie Gelsenkirchen oder Kassel ansehen, diese Städte waren sehr „investorenfreundlich“. Denkmalschützer raus ist schonmal ein guter Anfang Richtung quadratische Betonarchitektur.

    • Klar, genauso!, ganz im Gegensatz zu unserer Schmökerin, die doch bitte ihre Dafürhaltung näher artikulieren möge, um nicht immer (nur) dagegen zu sein.

  2. „Oh je…..,“ oder: die Mühlen „mühlen“ ……
    Interessante Lektüre der „Ich bin dagegen-Fraktion“, die sich die Zeit vertreiben muss. :-D

  3. oh je, wie schaffen die das in dieser Stadt eigentlich immer, alles zu versägen? Keine neue Idee ohne Fehltritt. Niemals wirklich nachhaltiges Handeln. Immer tragen sie Bamberg als Bauchladen vor sich her. Alle, die irgendwie Geld verdienen wollen, sind herzlich eingeladen, sich zu bedienen.
    Ist das Provinz? Ich glaube ja. Das ist tiefste Provinz. Nur keinen Anspruch entwickeln. Auf Qualität womöglich. Das könnte den Provinz-Wähler verschrecken. Und die handelnden Personen? Die fühlen da eh nix. Qualität – was ist das? städtebauliche Fehlentwicklungen – gibts die bei uns? architektonische Fehlentwicklungen – nie gesehen.

  4. Plötzlich also doch ist man den Bamberger Gestaltunsgbeirat angegangen. Was wurde er schon totgeschwiegen, weil es ihn doch gab!! Nur wenn es mal passte, wurde er hervorgezaubert. Jede Ausrede war eine gute Ausrede, in Bamberg.
    Die Mühlen hier mühlen halt lang… a propos?… wir sind gespannt auf die frühe Bewährungsprobe.
    Zumindest für die „Investorenfreundlichkeit durch Verfahrensbeschleunigung“ wird so ausreichend gesorgt sein, da spielt der architektonische Aspekt schon mal keine Rolle (vgl. mal nur das Quartier…).
    Auch wird es mit einer wirklichen Transparenz nicht gar so weit her sein müssen, es gibt zum Glück den Datenschutz. Eine bequeme Ausrede, für eine „stilvolle“ Diskussionskultur und offenbar gegen eine offensive Diskussion.
    „Imagegewinn“ heißt der Hase im Pfeffer, durch mehr Transparenz?/s.o. Man glaubt es nicht Und für wen eigentlich? Für die Institution und gegen die Architektur? Es ist angerichtet, ganz nach Art des Hauses Ilk.
    Viel wird nur abhängen von einer qualitativen personellen Besetzung des stimmhaften Gremiums, hoffentlich wenigst von der des stimmlosen Anteils.

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