Autorin Jenny Erpenbeck liest aus „Heimsuchung“

Frida

„Wenn das Haus fertig ist, kommt der Tod“. Mit einem arabischen Sprichwort findet der Roman „Heimsuchung“ seinen Einstieg, seinen Einstieg in die Zeitgeschichte mit all den politischen Umbrüchen der letzten hundert Jahre. Zentraler Ort ist ein Sommerhaus an einem märkischen See, wo sich Menschen begegnen und Schicksale entwickeln.

Die 41-jährige Ostberlinerin Jenny Erpenbeck erzählt Zeitgeschichte durch die Lebensgeschichten, die sich in einem bestimmten Haus und auf dem dazugehörigen Grundstück ereignen (hier).

Heute Abend liest die Autorin in der Universität aus ihrem Roman aus dem Jahr 2008 im Rahmen der Vortragsreihe Zwischen Ost und West: Grenzgänger-Lesungen. Der Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft ermöglicht in loser Folge seit 1977 öffentliche Begegnungen von Autoren mit ihren Lesern. „Literatur in der Universität“ ist eine wunderbare Gelegenheit, der Stimme eines Lieblingsautors zu lauschen, nochmals auf besondere Weise in ein Buch einzutauchen oder sich inspirieren zu lassen.

Im Rahmen der Vortragsreihe Zwischen Ost und West: Grenzgänger-Lesungen stellen renommierte Autorinnen und Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur Bücher vor, die Grenzen und Grenzüberschreitungen zwischen Ost und West beschreiben (Programm hier). Dabei handelt es sich um literarische Werke, deren Entstehung – wie auch die Bamberger Vortragsreihe selbst – durch das Grenzgänger-Programm der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin unterstützt wurde. Kolja Mensing, Jenny Erpenbeck, Olga Grjasnowa, Feridun Zaimoglu, Julia Schoch und Sibylle Lewitscharoff lesen an sechs Abenden ausgewählte Passagen aus ihren Grenzgänger-Texten. Anschließend berichten sie über ihre Recherchen, über Schwierigkeiten, unverhoffte Entdeckungen und die literarische Verarbeitung ihrer eigenen Grenzgänger-Erfahrungen.

Die Gegenwartsliteratur ist einer der Forschungsschwerpunkte an der Universität Bamberg: Diese Veranstaltung lenkt nun die Aufmerksamkeit auf deren interkulturelle Ausrichtung. Geographische, kulturelle, sprachliche, politische und gesellschaftliche Grenzen und Grenzüberschreitungen gehören zu den wichtigsten literarischen Sujets der Gegenwart. Die im Rahmen der Vortragsreihe vorgestellten Bücher reflektieren zum einen die Wirkungsmacht mentaler, gesellschaftlicher und politischer Grenzziehungen – und stellen ihr zugleich genuin literarische Grenzüberschreitungen entgegen.

21. November 2012, 20 Uhr, in der U2/Zimmer 025, An der Universität 2 (Verlängerung der Austraße).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.