DGB-Jugend schaut hinter die zahlen der Ausbildungsstatistik der neuen Arbeitsagentur Bamberg-Coburg

DGB Region Oberfranken West

In der Region Bamberg-Coburg fehlen 704 Ausbildungsstellen – Die Region Oberfranken hinkt dem Bayernweiten Trend hinterher – 3/4 der Bewerber erhalten einen Ausbildungsplatz – Viele junge Menschen suchen nach Ausbildungsplätzen und somit nach Zukunftsperspektiven.

„Die Ausbildungsplatzsituation in Ober- und Unterfranken folgt nicht dem bayernweiten Trend hin zu einer Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt. Es fehlen in Oberfranken über 800 Ausbildungsplätze, um von einem auswahlfähigen Angebot sprechen zu können“, kommentiert DGB-Jugendsekretär Björn Wortmann die aktuellen Zahlen der Arbeitsagenturen in Nordbayern.

Auf 4225 Stellen fallen im Agenturbezirk Bamberg-Coburg 4381 Bewerberinnen und Bewerber. Das heißt, es gibt ein rechnerisches Defizit von mindestens 156 Ausbildungsplätzen. Von einem auswahlfähigen Angebot für junge Menschen kann keine Rede sein. Legt man das Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1980 zu Grunde, das ein Angebot von 112,5 Ausbildungsstellen für 100 Bewerber fordert, klafft die Ausbildungsplatzlücke auf 704 fehlende Ausbildungsplätze auf.

Die Betriebe müssen sich intensiver um eine attraktivere Berufsausbildung bemühen und ihr Ausbildungsplatzangebot ausbauen, um Fachkräfte an die Region zu binden und die Region zukunftsfähiger zu machen.

Jeder fünfte Bewerber (850) geht als Alternative zur Berufsausbildung auf eine weiterführende Schule, ins Studium oder kommt in die Warteschleife von Fördermaßnahmen.

Dennoch sind 296 Ausbildungsplätze unbesetzt, was aus Sicht der DGB-Jugend zwei Ursachen hat. Es ist eine qualitative Bewertung der vakanten Ausbildungsstellen unter den Gesichtspunkten Ausbildungsqualität und Ausbildungsbedingungen von Nöten. Wenn die Bezahlung unterdurchschnittlich ist, Übernahme- und Aufstiegschancen gering sind und Überstunden an der Tagesordnung sind, ist der Ausbildungsberuf für Jugendliche unattraktiv. Entscheidend für die jungen Menschen sei schließlich auch die Perspektive, die sie mit einer Berufsausbildung gewinnen können. Wenn am Ende der Ausbildung nur eine befristete Übernahme oder gar Leiharbeit steht und die Verdienstperspektiven sich im Niedriglohnbereich abspielen, darf sich kein Betrieb wundern, dass er keine Auszubildenden findet. Wer Fachkräfte für morgen braucht, muss sie auch ausbilden! Wer eine gute Ausbildung bietet, bekommt auch gute Bewerber!

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