FDP fordert neues Gedenkkonzept an der Unteren Brücke – gegen eine Videoüberwachung

Stadt soll Expertenkommission einberufen

„Die Gedenktafel für die im 2. Weltkrieg gefallenen Bamberger Soldaten an der Unteren Brücke entspricht nicht mehr unserem heutigen Geschichtsbild und den durch die historische Forschung differenzierten Kenntnissen von der Geschichte des Dritten Reichs. Nur jenen „getreuen“ Soldaten zu gedenken, die widerspruchslos für das nationalsozialistische Deutschland gekämpft haben, und damit Widerstandskämpfer und Deserteure von einem Gedenken auszuschließen, ist unangemessen. Die Formulierung des Textes auf der Gedenktafel verschweigt zudem die Verantwortung der Deutschen für den Zweiten Weltkrieg und die Tatsache, dass auch die Wehrmacht in Kriegsverbrechen verstrickt war“, kritisiert FDP-Ortsvorsitzender Martin Pöhner, der von Beruf Gymnasiallehrer für Geschichte ist.

Die Bamberger FDP spricht sich deshalb dafür aus, künftig allen im Zweiten Weltkrieg gefallenen und durch die Kriegsereignisse getöteten Bambergern sowie allen Opfern des NS-Regimes im Rahmen eines neuen Gedenkkonzeptes an der Unteren Brücke zu gedenken. Für die Entwicklung eines solchen neuen Konzeptes soll die Stadt eine Expertenkommission einberufen.

Die bisherige Gedenktafel soll in die Bestände des Historischen Museums überführt werden. Sie weiterhin an der Unteren Brücke zu belassen würde dem Ansehen der Weltkulturerbestadt Bamberg schaden.

Gegen Videoüberwachung – Stadtrat soll Beschluss aufheben

Die vom Stadtrat beschlossene Videoüberwachung der bestehenden Gedenktafel an der Unteren Brücke ist aus Sicht der Bamberger FDP ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Freiheitsrechte und die Privatssphäre der Menschen in Bamberg. Die jüngste Mitgliederversammlung der Bamberger FDP habe vor diesem Hintergrund einstimmig eine Resolution verabschiedet, die den Stadtrat auffordert, diesen Beschluss aufzuheben.

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