Saint Exyperie aus Lyon

Über die Schönheit eines mit acht Maschinengewehren ausgestatteten Jägers konnte Saint-Exyperie ins Schwärmen geraten. Breguet 14, Bloch 174. Die Bloch: der hochfliegende Fernaufklärer, Gnome-Rhone-Triebwerk!
Trotzdem schlechter Flieger, verkrüppelt von vielen Bruchlandungen, er konnte die Arme nicht mehr heben, um das Dach seiner Ligthning abzuwerfen, bevor sie im korsischen Meer versank.
Der Geschmack des französischen Publikums: „Le Petit Prince“, lange vor dem „Grand Maulnes“ oder „The Old Man and the Sea“. 
Aber intellektuell hat er keinen Platz gefunden zwischen den Gide, Malraux, Celine, Camus oder Sartre.
Er hat den Franzosen vorgemacht, „wie man eine schwülstige Eselei in eine tiefgründige Wahrheit verwandelt, wenn man sie aus 7000 m Höhe abläßt“, so jemand von der Academie francaise.
„Fein und dumm, strohdumm“, so Erich Kuby über den „Flug nach Arras“: 
„Zu lange haben wir uns über die Rolle der Intelligenz getäuscht“ – . „Wir haben die Grundsubstanz des Menschen vernachlässigt“ –
Saint Exyperie irgendwo: der geborene Flieger ist ein Faschist. Das kommt in seinem Falle hin.
Und doch: „Wind, Sand und Sterne“, der Titel allein in dem schwarzen Einband des Kölner Karl Rauch Verlags! Hat überzeugt. 
Er war ein miserabler Flieger. Aber ein leidenschaftlicher.
Simone de Beauvoir sieht ihn in einem Pariser Lokal sitzen, mit seinem dicken Kopf.

Rudolf Sünkel

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