Robuster Neubürger – die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

Pimpinella Dotterweich

Goldrute. Foto: Viola Ecker

Diese stattliche Pflanze, immerhin erreicht sie Wuchshöhen über zwei Meter, ist erst seit dem 17. Jahrhundert in Europa nachgewiesen. Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde hierzulande zunächst als Zierpflanze und Bienenweide kultiviert. Im 19. Jahrhundert kam sie richtig in Mode, womit aber gewissermaßen auch schon das Elend begann. Die Kanadische Goldrute ist eine sogenannte Ruderalpflanze (von lat. ruderis = Schutt), d.h. sie gedeiht prächtig auf Böden, die vom Menschen massiv überprägt wurden, wie Schutthalden, Straßenränder, Bahndämme etc. Daneben fühlt sie sich auch am Rand von Seen und Wasserläufen bzw. in Auenwäldern pudelwohl (schlechtes Bild, ich weiß!), wie derzeit z.B. am Fischpass zu beobachten ist. Da sie sich sowohl über Samen (bis zu 19.000 pro Stängel!) als auch über Ausläufer vermehren kann, verwilderte diese Goldrutenart bald und begann dann auch umgehend, einheimische Arten zu verdrängen – gebärdete sich also als ,invasiver Neophyt’. Da von einigen dieser Pflanzen wiederum Insekten abhängen, nahmen die Einwirkungen der Kanadischen Goldrute auf unser Ökosystem schnell nennenswerte Dimensionen an.

In Nordamerika ernährt sie 290 Fraßinsekten, die ihre Ausbreitung entsprechend eindämmen. In Europa fehlen solche Feinde weitgehend, so dass Naturschützer empfehlen, ihr Überhandnehmen auf bestimmten Standorten – z.B. durch zweimaliges jährliches Abmähen – zu bekämpfen. Nützlich ist sie in beschränktem Maße als Färberpflanze zur Erzeugung von braunen bis gold-gelben Tönen. Goldruten-Tees (meines Wissens allerdings eher auf Basis der Gewöhnlichen Goldrute) lassen sich wegen ihrer harntreibenden und schwach krampflösenden Wirkung bei Entzündungen der Harnwege sowie Harnsteinen bzw. Nierengrieß einsetzen. Dass sie Heuschnupfen verursacht, dürfte hingegen eher ein Gerücht sein.

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