Olympische Zielvorgaben des Innenministeriums?

Winnie Wenzel

Derzeit sickern in den Medien Meldungen darüber durch, dass Innenministerium und Sportverbände olympische Erfolge über Zielvereinbarungen kalkuliert haben. Das entspricht natürlich formal modernen Managementmaximen (was von solchen generell zu halten ist, wäre im Rahmen der aktuellen Wirtschafts- und Eurokrisen zu diskutieren, soll hier im Augenblick aber nicht weiter verfolgt werden!), zeugt inhaltlich aber von einer dilettantischen Blauäugigkeit seltenen Zuschnitts: Nach diesen Vereinbarungen waren in London nämlich insgesamt 86 Medaillen, davon 28 aus Gold, angestrebt worden. Typisch dilettantisch an dieser Sache ist, dass man das Realitätsprinzip purem Wunschdenken aufopfert. Wenn Fans so verfahren, um in Vorfreude zu schwelgen, mag das angehen, bei verantwortlichen Politikern und Funktionären löst derartiges Verhalten nur Kopfschütteln aus. Nicht von ungefähr wollte das Innenministerium diese Zielvorgaben eigentlich geheim halten.

Weitere Details zu den Hintergründen: www.focus.de/politik/deutschland/friedrich-rueckt-medaillen-ziele-raus-olympia-2012-deutsches-team-sollte-86-medaillen-holen_aid_797715.html

Ein Gedanke zu „Olympische Zielvorgaben des Innenministeriums?

  1. Zielvorgaben bringen Geld… im Voraus

    Genauso wie die Planvorgaben der Bahn fette Mrd vom Steuerzahler bringen – bei der „billigen“ Ausführung kontrolliert keiner mehr die echten Ausgaben…
    Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit – oder hier auf Kosten der Sportler?

    So läuft das wohl in dieser „Vorgaben“-Republik!

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