Umgestaltung Lange Straße: auf die Lange Bank geschoben?

Redaktion

Anstelle von Parkplätzen fahren Radler gemeinsam mit den übrigen Verkehrsteilnehmern auf der Straße, die Gehwege werden dadurch breiter und es ergibt sich mehr Platz für Fußgänger und Möglichkeiten für Tagesgastronomie sowie zur Warenpräsentation. Außerdem Baumstandorte, Sitzgelegenheiten und Radabstellanlagen. Am umgestalteten Kranen ist ein Spielpunkt für Kinder vorgesehen. So zumindest das Ergebnis einer Ideenwerkstatt mit Grundstückseigentümer und Anliegern aus dem Umfeld des Plangebietes …

Pläne der Bürger sollen zugunsten der Investoren zurück gestellt werden

Noch vor einem Jahr schilderte die Stadt Bamberg so die Pläne zur Umgestaltung der Langen Straße. Über viele Wochen haben Bürger unter professioneller Anleitung den „Masterplan Innenstadt“ erstellt und wollten die Gestaltung ihrer Stadt selbst bestimmen. Nun soll wegen der Investorenpläne am „Quartier an der Stadtmauer“ diese Umgestaltung verzögert werden. Der Umweltsenat wird am Dienstag, den 10.7. hierüber verhandeln. Die Stadt schlägt vor, die Aufwertung der Langen Straße noch nicht vorzunehmen – obgleich die nötigen Gelder im Haushalt bereit liegen.

Masterplaner Christian Irmisch

Über vier Jahre nach Abschluss der Workshops zum Mediationsverfahren Innenstadt liegen nun endlich beschlußreife Vorlagen der Stadtverwaltung zur Aufwertung der Langen Straße auf dem Tisch des Stadtrates. Die Geduld der Teilnehmer am Verfahren  wurde trotz oder gerade wegen der grundsätzlichen Zustimmung des Stadtrates mit hinhaltendem Taktieren einiger Beteiligter, unabweisbaren Brückenarbeiten und dadurch bedingten Umleitungen immer wieder stark strapaziert. Nun aber, nachdem dies alles hinter uns liegt, eine erste Tranche von Haushaltsmitteln bereit steht und immer mehr Bürger der Stadt sich für mehr Lebensraum in der Innenstadt mit attraktiven und belebten öffentlichen Räumen begeistern, finden sich auf wundersame Weise neue Gründe für weitere Verschiebungen. Angesichts der Tatsache, dass demnächst möglicherweise ein Quartier an der Stadtmauer neu entsteht und falls eine Fernwärmeleitung längs der Langen Straße beschlossen würde, wäre es vielleicht ja besser, die Aufwertung würde noch einige Jahre verschoben.
Die Masterplaner erkennen darin bewährte Muster der Bamberger Stadtpolitik, haben jedoch andere Vorstellungen von der lange überfälligen Aufwertung der Langen Straße und des Bereichs am Kranen.
Wir hoffen deshalb sehr, dass die ein oder andere Fraktion ein Einsehen hat und nicht nur der Verwaltungsvorlage inhaltlich zustimmt, sondern auch einen Vorschlag zu einer beschleunigten Umsetzung einzelner sinnvoller Maßnahmen in die Sitzung des Umwelt- und Verkehrssenates einbringt.
Beispielsweise ist ohne nennenswerte Tiefbauarbeiten, also ohne Neugestaltung des Oberflächenbelages, eine Führung des Radweges vom Kranen zum Schönleinsplatz auf der Straße im Bereich der aufzulassenden Parkplätze möglich. Auf den gewonnenen Flächen lassen sich Bänke, Pflanzen und Radständer und sonstiges Stadtmobiliar angemessener Qualität unterbringen, welches ohne weiteres bei möglichen Baumaß-nahmen in der Langen Straße vorübergehend beiseite geräumt werden könnte. Gleiches gilt auch für die Neugestaltung am Kranen.
Der Vorschlag der Verwaltung sollte deshalb nur mit entsprechenden Auflagen bestätigt werden. Mit der Umsetzung kann nach unserer Einschätzung unverzüglich begonnen werden, die vorgesehenen Haushaltsmittel von 200.000 € können noch in diesem Jahr der Straße eine fühlbare Aufwertung bringen. Und das hätte die Straße – nach so vielen Jahren der Untätigkeit – wahrlich verdient. Und die Masterplaner auch.

Im Auftrag der IG Masterplan hoffe ich deshalb am 10.7. auf eine konstruktive Sitzung des Umwelt- und Verkehrssenates.

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