Die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung sucht einfallsreiche Köpfe mit besonderen Ideen

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Seit 2008 spielt im Rahmen der berufsorientierten Ausrichtung der Bamberger Literaturvermittlung (Schwerpunkt des Faches Germanistik an der hiesigen Universität) das wirtschaftspolitische Konzept der Kultur- und Kreativwirtschaft bei der Neuerschließung von Berufsperspektiven für Absolventen eine nicht unwichtige Rolle. Nicht nur nach meiner persönlichen Überzeugung, sondern auch nach der einschlägiger Arbeitgeber bringen Absolventen einer praxisaffin betriebenen Geistes- bzw. Kulturwissenschaft zahlreiche Schlüsselqualifikationen mit, die im Verbund kreativwirtschaftlicher Arbeitsteams sinnvoll zur Wertschöpfung genutzt werden können.

Die unter dem Kollektivbegriff der Kultur- und Kreativwirtschaft versammelten Wirtschaftszweige verstehen sich als Konstituenten einer modernen wissens- und contentorientierten postindustriellen Gesellschaft und als Vorreiter auf dem Weg in eine wissensbasierte Ökonomie. Diese Vorreiterrolle zeige sich einerseits in der Innovativität der einschlägigen Branchen, andererseits in den dort bereits heute praktizierten zukunftsorientierten Arbeits- und Geschäftsmodellen wie z.B. hybriden Arbeits- und projektspezifischen Produktionsformen und gesamtwirtschaftlich untypischen Besitzverhältnissen mit einer hohen Quote selbständiger und leitender Frauen.

Besonderes Augenmerk verdient der Umstand, dass innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft zahlreiche originäre Innovationsideen für die Gesamtgesellschaft entstehen. Dieser Umstand bedingt im Verbund mit der Vielzahl, aber zugleich geringen durchschnittlichen Größe der einschlägigen Betriebe, dass die Produktion hier im Wesentlichen aus Prototypen, Einzelanfertigungen, Kleinstserien bzw. geistigen oder virtuellen Produkten besteht. Fast alle Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft nutzen moderne Technologien, insbesondere fortgeschrittene Werkzeuge der Informations- und Kommunikationstechnologie. ,Kreative’ sind dabei häufig nicht nur passive Technologienutzer, sondern geben den Herstellern und -entwicklern wichtige Impulse für neue Technologievarianten. Kommunikative Kompetenz ist bei der Organisation und Durchführung entsprechender ,Inter-Diskurse’ durchaus gefragt. Das Wirtschaftsfeld Kultur- und Kreativwirtschaft umfasst – bei kleineren Differenzen der Zuordnung und Ausdifferenzierung – in der heutigen wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion zumeist folgende elf Kernbranchen oder Teilmärkte: Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie Software/Games-Industrie.

Da kommt uns die Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gerade recht, kreative Köpfe als sogenannte „Kultur- und Kreativpiloten“ auszuzeichen. Bis zum 15. Juli 2012 können sich Kreativschaffende und Kulturunternehmende um die Auszeichnung der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung bewerben. Gesucht sind innovative Unternehmer mit besonderen Geschäftsideen. Insgesamt 32 Gewinner dürfen sich dann ein Jahr lang mit besagtem Titel schmücken und werden von Branchenkennern mit persönlichen Gesprächen und Workshops begleitet. „Durch die Screenings und Workshops konnten wir unser eigenes Unternehmen ganz neu einordnen, umgestalten und vorantreiben. Das ist mit keiner klassischen Unternehmensberatung vergleichbar“, lobte Kaspar van Treeck, Mit-Gründer von ChawawChawa.org aus München das Projekt, nachdem er für ein Internet-Spieleportal, das Gelder für Hilfsorganisationen generiert, im vergangenen Jahr ausgezeichnet worden war. Zur Bewerbung reichen eine kurze Ideenskizze des Projekts sowie eine knappe Schilderung der eigenen Geschäftstätigkeit, ein Motivationsschreiben und ein knapper Lebenslauf. Die „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2012“ werden im September von einer Fachjury ausgewählt.

Bewerbung bis zum 15. Juli 2012 auf www.kultur-kreativpiloten.de.

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