Es kann nur einen geben!

Nach 10 Partien steht es bei der Schach-WM noch remis, womit sich allmählich eine spannende Tie-Break-Serie am Horizont abzeichnet

Winnie Wenzel

Nachdem die Kontrahenten in unmittelbarer Folge je eine Partie zu ihren Gunsten gestalten konnten, endeten das neunte und zehnte Match wieder remis. In der neunten Begegnung konnte Gelfand gegen die Nimzo-Indische Verteidigung leichte Vorteile (Damengewinn) herausspielen, diese im Endspiel gegen eine Festung aus König, Turm, Springer und Bauern aber nicht verwerten. Entsprechend unzufrieden äußerte er sich dann auch in der Pressekonferenz.

Die zehnte Partie wurde von Anand mit dem Königsbauern eröffnet. Gegen die Sizilianische Verteidigung des Herausforderers spielte er die Rossolimo-Variante. Über einen zeitigen Damentausch kam man bald zu einer Remis-Stellung, die man nach dem 25. Zug von Weiß dann auch anerkannte. Bei den noch ausstehenden beiden Partien hat der Weltmeister den Vorteil, zweimal anziehen zu dürfen.

Allerdings kann Anand sein Spiel nicht einfach darauf ausrichten, das Remis zu halten, denn der Austragungsmodus ist so gestrickt, dass es einen Sieger geben wird – notfalls durch Elfmeterschießen, pardon, durch diverse Stechen: So würden nach einem Punktegleichstand am Ende der zwölf Normalpartien zunächst vier Schnellpartien ausgetragen (25 Minuten Bedenkzeit plus 10 Sekunden pro Zug), danach nötigenfalls noch bis zu 10 Blitzpartien (5 Minuten Bedenkzeit plus 3 Sekunden pro Zug) ausgetragen. Sollte dann immer noch Gleichstand herrschen, käme es zu einer extrem brutalen Sudden-Death-Blitzpartie, bei der Weiß einen Bedenkzeitvorteil von 5 gegen 4 Minuten erhält, aber dafür auch gewinnen muss.

Ich stelle mir schon vor, wie die Schach-Fans nach dieser allerletzten Partie das Spielfeld ,fluten’ werden … Düsseldorf nichts dagegen!

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