Wildschafe als Landschaftspfleger

Mufflon-Weibchen auf dem Muna-Gelände. Foto: Elisabeth Fischer

Neue vertragliche Grundlage für Mufflonbeweidung im Naturschutzgebiet Muna

Am 22. Mai wurden mit der Unterschrift unter einen Kooperationsvertrag die Zuständigkeiten und Regelungen für das Beweidungsprojekt „Mufflons im Naturschutzgebiet Muna“ endgültig fixiert und damit die weitere Zukunft des Projektes gesichert.

Seit November 2009 beweiden Mufflons – Wildschafe, die ursprünglich aus Korsika stammen – das Naturschutzgebiet Muna im Bamberger Osten. Auf einer Fläche von über 10 Fußballfeldern sorgen sie dafür, dass der dortige Naturraum mit Magerrasen und offenen Sandböden erhalten bleibt und nicht von standortfremden Gewächsen wie Robinie oder Traubenkirsche überwuchert werden. Die ursprünglich aus sechs Weibchen und zwei Böcken bestehende Herde leistet hervorragende Arbeit und entwickelt sich gut. Schon im Jahr 2010 wurden fünf Jungtiere geboren, inzwischen sind es 21 Tiere.

Die artenreichen Magerrasen und offenen Sandrohböden auf dem Areal östlich des Berliner Rings auf Höhe des Eichamtes sind Lebensraum für eine Vielzahl seltener Tiere und Pflanzen. Insgesamt wurde hier die sehr beachtliche Zahl von 371 Farn- und Blütenpflanzen kartiert, darunter das Silbergras, die Sandgrasnelke oder das Kleine Filzkraut. Außerdem zeichnet sich das Naturschutzgebiet durch eine reiche Vogel- und Insektenfauna aus. Die Wildschafe sorgen für eine zusätzliche Samenverbreitung und schaffen mit ihrem Scharren offene Rohbodenstellen. Großflächige, rein mechanische Pflegemaßnahmen wären im Vergleich zur Beweidung auf Dauer viel zu teuer.

Das unter wissenschaftlicher Begleitung stehende Projekt wurde von der Naturschutzbehörde der Regierung Oberfranken, dem Umweltamt der Stadt Bamberg, dem Bundesforst und dem Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg initiiert. Der jetzt geschlossene Vertrag regelt die Verantwortlichkeiten zwischen Stadt, Landschaftspflegeverband und dem Wildschafbetreuer Thomas Stahl.

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