FC Bayern verliert das Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea im Elfmeterschießen

Winnie Wenzel

Obwohl die Münchener das Spiel dominierten und viele Torchancen herausspielten, wiederholte sich am Ende das bittere Geschehen von 1999: Wie damals gegen Manchester United wurde eine Führung kurz vor dem Ziel noch verspielt. Nach dem späten 1:0 der Bayern durch einen Kopfball von Thomas Müller in der 83. Minute retteten sich die Mauerkünstler von der Insel dank eines Treffers des bis dahin blassen Didier Drogba (88.) in die Verlängerung, in der Arjen Robben auch noch einen Foulelfmeter verschoss. Beim abschließenden Elfmeterkrimi behielten die Engländer mit 3:4 die Oberhand, weil Ivica Olic und Bastian Schweinsteiger erfolglos blieben. Schade, schade, schade! (Aber nicht tragisch! Denn hier geht’s schließlich nur um ein Fußballspiel, wenn auch um ein ziemlich wichtiges.)

Für den Verein und seine Anhänger gibt es überhaupt keinen Grund in Trauer zu versinken, am eigenen Konzept zu zweifeln, Mannschaft oder Trainer in Frage zu stellen oder gar einen „Leverkusen-Komplex“ zu fürchten, weil man mit der Herrenmannschaft in einer Saison „nur“ dreimal Zweiter wurde. Mit diesen Leistungen steht man ganz oben im Weltfußball, 2011/12 war keine „verkorkste“ Saison, sondern eine großartige.

Außerdem kann der deutsche Fußball insgesamt aus dieser Niederlage lernen: Heutzutage kann man sich aber auch wirklich auf nichts mehr verlassen. Weder auf Wetterprognosen noch darauf, dass europäischen Staaten ihre Schulden zurückzahlen, und nicht einmal auf das in unserem kollektiven Fußballverständnis eingebrannte Naturgesetz, dass englische Mannschaften grundsätzlich jedes Elfmeterschießen verlieren.

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