Regen und Feuer

eine Fotogalerie von Erich Weiß

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Der Feuervogel

Die Pyramidenwiese als Landeplatz für einen 8 Meter hohen Vogel, eindrucksvoll von jungen Strafgefangenen aus der Justizvollzugsanstalt Ebrach unter künstlerischer Anleitung und Verwendung abgestürzter Flugzeugteile aus dem Zweiten Weltkrieg geschweißt. Der Bamberger Pfarrer Hans Lyer betreut gemeinsam mit einem evangelischen Kollegen seit vielen Jahren 340 Gefangene während ihrer Haft. Die Arbeit der Gefängnisseelsorge steht unter dem Leitbild der Versöhnung mit dem Ziel, Konflikte zu überwinden und einen Neuanfang zu ermöglichen. Dabei können künstlerische Projekte wertvolle Unterstützung leisten, eine Schreibwerkstatt gehört auch dazu.

Abgestürzt und im Knast gelandet – Das Gefängnis als Chance zum Aufstieg

Der Feuervogel, in der slawischen Mythologie beheimatet, ist ein magisch glühender Vogel mit reichem Gefieder, das in rot, orange und gelb strahlt und höchst begehrt ist.  Abenteuer und Proben säumen den Weg zum Feuervogel. Bekannt ist die Legende Iwan Zarewitsch, der Feuervogel und der graue Wolf. Dem Komponist Igor Strawinsky diente 1910 diese Geschichte als Vorlage für seine Ballett-Suite „Der Feuervogel“ (L’Oiseau de feu).

Auch der Phönix ist ein mythischer Vogel. Der verbrennt, um aus seiner Asche wieder neu zu entstehen. Im Feuervogel auf der Pyramidenwiese auf dem ERBA-Gelände verschmelzen diese beiden mythischen Vögel zu einer Skulptur.

Am Samstagabend hingen die Wolken noch tief, der Regen war vorüber, die anhaltende Gewitterstimmung ließ den Feuervogel besonders eindrucksvoll erscheinen. Dieser Riesenvogel, die Texte aus der Knast-Schreibwerkstatt, dazu die Musik von Strawinsky, die Szenerie illuminiert vom Pyrotechnik-Weltmeister Joachim Berner: Die Choreographie hätte nicht besser sein können. Die mächtigen Schwingen des Vogels schienen sich zu bewegen, abheben zu wollen, doch dann ging er in Flammen auf, um neu geboren zu werden – ein Geheimnis.

Doch wahrscheinlich lag es am Mond. Auf seiner Erdumlaufbahn kam er in seiner ganzen Kugel-Pracht der Erde am Samstagabend besonders nahe. Solche Inszenierungen unter freiem Himmel sollten zukünftig immer nach den Mondphasen geplant werden. Eine traumhafte Stimmung lag in der Luft.

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