Starten wir eine Charme-Offensive in Richtung Quakenbrück!

von Winnie Wenzel

Die Brose Baskets haben die Hauptrunde der Beko BBL auf Platz 1 abgeschlossen und wieder einmal geht’s für Bamberg in die Playoffs. Dass wir am ersten Gegner Bonn scheitern können, fürchten hierzulande nicht einmal die Pessimisten. Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass Team und Coach auch dieser Truppe mit dem gehörigen Respekt begegnen werden. Aber dann kommt der Sieger zwischen Quakenbrück und den Bayern aus München. M.E. gibt es viele gute Gründe, in dieser Hinsicht den Niedersachsen die Daumen zu drücken: Zunächst einmal haben sie den mit Abstand lustigeren Namen. Im letzten Jahr haben die Artland Dragons (und ihr Maskottchen) beim Pokalhalbfinale eine tolle Vorstellung abgeliefert und ihren Teil zu einem legendären Basketball-Krimi beigetragen, wobei sie so nett waren, am Ende zu verlieren. Und dann schulden wir Ihnen noch etwas dafür, dass sie uns 2008 ihren fantastischen Coach Chris Fleming abgetreten haben. Spaß beiseite: Die Dragons sind seit Jahren eine echte Bereicherung der Beko BBL, und es ist ein kleines Wunder, wie es ein kleiner Gemeindeverbund (das ,Artland’ eben) über eine solch lange Zeit hinweg schafft, ein Team von diesem Format im Spiel zu halten.

Spitzenduelle wie Bamberg-Quakenbrück sollten wir genießen, so lange das noch geht

Wenn wir alle ein bisschen in die Zukunft schauen, können wir uns ausmalen, dass Uli Hoeneß mit aller ihm eigenen Zielstrebigkeit austesten wird, ob Geld nicht nur Tore schießt, sondern auch Körbe wirft. Konkret könnte das heißen, dass die erfolgreichen Tage der ökonomisch „kleinen“ deutschen Basketballzentren womöglich schon gezählt sind und wir Spitzenduelle wie Bamberg-Quakenbrück genießen sollten, so lange das noch geht. Vor allem deshalb sympathisiere ich mit den Niedersachsen gegen München und hoffe, dass sie ihren Heimvorteil zu nutzen wissen. Im Halbfinale würde ich übrigens auch viel lieber gegen Quakenbrück verlieren und diesen (oder den Ulmern) den Titel gönnen als den Bayern oder gar Alba. Die letzteren haben schon genug gewonnen und die Bayern werden auf längere Sicht ohnehin kaum zu bremsen sein.

Bauern müssten eigentlich prima miteinander zurechtkommen

Signalisieren wir den Quakenbrückern also schon heute unsere Sympathie, laden wir ihre Fans in unsere schöne Stadt ein und fordern sie auf, den Trip ganz unabhängig vom Ausgang der Spiele zu genießen. Zeigen wir ihnen, was Bamberg zu bieten hat – Landschaft, Kultur, Universität, vielfältige Sportmöglichkeiten, Braukunst, pralles soziales Leben – und interessieren wir uns umgekehrt für sie! Basketballverrückte Niedersachsen und Oberfranken, „Bauern“ beide gleichermaßen (  ), müssten eigentlich prima miteinander zurechtkommen: man hat vieles gemeinsam und ist sich gleichzeitig fremd genug, dass es nicht langweilig wird. Wäre es nicht endlich einmal an der Zeit, eine echte Fan-Freundschaft zu begründen? Und welcher Zwiebeltreter hätte nicht auch mal Lust auf ein zünftiges Schützenfest im Kreise von Freunden …

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