In Sicht: Schritte gegen das Verkehrschaos im Berggebiet

Aktionsbündnis Berggebiet bleibt am Ball

Das Aktionsbündnis Berggebiet ist aus dem Mediationsverfahren „Mobilität im Berggebiet“ hervorgegangen. Es wird auch weiter auf eine Verkleinerung der Belastung und Belästigung durch den Verkehr im Berggebiet drängen. Dazu gehört auch, zweckdienliche Schritte von Stadtrat und Verwaltung zu unterstützen. Die gibt es zur Zeit tatsächlich. In ihrer jüngsten Sitzung am 19. April zeigten sich die Teilnehmer des Mediationsverfahrens erfreut über neue Entwicklungen in der Bamberger Verkehrspolitik:

Kommunale Geschwindigkeitsüberwachung?

Die Debatte im Stadtrat über eine kommunal getragene Geschwindigkeitsüberwachung kommt in ruhigeres Fahrwasser. Die Beiträge gewinnen an Bedachtsamkeit und Sachlichkeit. Dass eine Verminderung sinnloser Raserei für Stadt und Verkehrssicherheit klare Vorteile bringt, wird zu einer mehr und mehr gemeinsamen Sicht. An die Verwaltung ist der Auftrag gerichtet, ein für unsere Stadt zweckmäßiges Organisationsmodell zu suchen. Das ist eine lösbare Aufgabe – angesichts Dutzender anderer Kommunen, die die Geschwindigkeits- und Verkehrsüberwachung seit Jahren (oder Jahrzehnten) selber in die Hand genommen haben.

Diagonalsperre am Torschuster?

Der Stadtrat hat am 28. März die Verwaltung beauftragt, zur Diagonalsperre am Torschuster eine Vorlage zu erarbeiten. Und zwar nicht nur wieder eine neue Vorlage zusätzlich zu den vielen anderen, die irgendwo verschimmeln. Sondern ausdrücklich eine Beschlussvorlage. Nach den vorausgegangenen vielfachen Diskussionen kann sie Grundlage für eine Entscheidung sein, die das Chaos rund um den Torschuster in ein erträglicheres Format bringt. Der zur Behandlung im Stadtrat noch ausstehende Antrag, die gesamte Karolinenstraße vom Alten Rathaus bis zum Torschuster als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, passt haargenau dazu.

Einheitliche Geschwindigkeitsgrenze?

Die Empfehlung, im Berggebiet die Geschwindigkeit einheitlich zu regeln, erfährt immer mehr Zustimmung. Die vielen 10/20/30 km/h-Schilder, „Verkehrsberuhigter Bereich“ und „Fußgängerzone“ (mit „Kfz frei“ und kleingedruckten Zeitangaben!) wechseln sich in so kurzen Abständen ab, dass kein Kfz-Lenker noch wissen kann, in welchem Bereich er sich eben gerade befindet. Das bringt zusätzlichen Stress und Ärger – und eine krasse Gefährdung der Verkehrssicherheit. Eine einheitliche Obergrenze von 20 km/h wird das Führen von Kraftfahrzeugen erleichtern, die Geschwindigkeiten insgesamt dämpfen und den Verkehrsfluss verstetigen. Diese Wirkung wird durch eine kommunal getragene Geschwindigkeitsüberwachung  weiter unterstützt. „Tempo 20 flächendeckend eingehalten“ wird dem Berggebiet einen Qualitätssprung bringen.

Das Aktionsbündnis Berggebiet unterstützt diese Vorhaben mit Nachdruck und dankt allen Stadträten, die sich dafür einsetzen, herzlich. Anwohner, Fußgänger und Radler werden gewinnen – und die Autofahrer.

Ein Gedanke zu „In Sicht: Schritte gegen das Verkehrschaos im Berggebiet

  1. Die Diagonalsperre ist für die Anwohner des Berggebiets eine Zumutung sondersgleichen. Ich arbeite in der Nbg. Strasse und fahre abends über Münchner Ring/ Kaulberg/ Matern zu meinem Haus am Michelsberg. Nun müsste ich durch die ganze Stadt, sprich Lange Strasse, Markusbrücke, untere Sandstr. und dann über den Domberg fahren. Bedeutet mal abgesehen von mehr Benzinverbrauch jeden Abend gegen 16.30 h für mich mindestens eine halbe Stunde längerer Weg. Wo bleibt hier der Umweltgedanke? Meinetwegen kann die Diagonalsperre für Auswärtige gelten, aber doch nicht für die Anwohner selbst, das ist schlichtweg eine Zumutung. Das Parken am Michelsberg ist sowieso eine Katastrophe, die Stadt zockt mit Anliegerausweisen ab, ohne dafür Sorge zu tragen, dass wirklich genügend Parkplätze vorhanden sind. Es wird viel zu wenig kontrolliert, die Touris parken wie es Ihnen gerade gefällt auf den Anliegerparkplätzen etc. Warum stellt man nicht einfach eine Ampelanlage am Torschuster auf, um die Situtation zu entschärfen, die Diagonalsperre ist doch nur eine Verlagerung des Problems nach weiter oben auf den Berg. Viel Spass im Winter v. a. Dingen auch für die Anwohner des sonst so ruhigen oberen Berggebiets. Ausserdem fährt dann wirklich jeder LKW über den Domberg, hoffentlich gibt es ordentliche Erschütterungen, die vielleicht auch mal die „Verzapfer“ solcher Beschlüsse aufrütteln.

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