DER ANDI MUSS WECH …

Petra Schwarz

Oh wie vergnüglich war das doch die Tage im Brentano Theater. Martin Neubauer, der Intendant, Dramaturg, Bühnenbildner und natürlich auch Schauspieler des kleinen Theaters in der Gartenstraße hat sich mit Nadine Panjas eine feine Ergänzung geholt, um mit seiner „heiteren Groteske“ aufzuzeigen, was denn politisch und gesellschaftlich gerade so abgeht bei uns.

Bei uns? Zwar ist der Aufhänger das hintersinnige Märchen „Des Kaisers neue Kleider“, hier umbenannt in „Des Kaisers neue Schneider“, aber die Treffer sitzen im Heute.

Umwerfend, wie hier der Populismus auf die Schippe genommen wird, indem Martin Neubauer in breitestem Fränkisch fordert: „Der Andi muss wech, sein Wahlkampf wird von den Chinesen finanziert. Der südliche Stadtteil kriegt eine Mauer und die Forchheimer dürfen nicht mehr nach Bamberg.“ Das alles wurde hervorragend begründet, kaum einer im Publikum hätte nicht sofort unterschrieben, war man doch vor Lachen nicht mehr Herr seiner Sinne.

Nadine Panjas glänzte als zeitgenössische Poetin und machte z.B. aus den zwölf Monatsnamen eine Wort-Performance, wie sie besser nicht hätte sein können. Der kundige Zuhörer hat natürlich die Anspielung an Nora E. Gomringer erkannt und fand es klasse, wie sie hier als Wortkünstlerin so inbrünstig parodiert wurde. Auch der Tod spielte mit – und selbst er lässt sich einkaufen, zu komisch!

Zeitgemäß und schlau verpackt!

Luft-Weber, Leute, die aus nichts Gold machen und Aufsprecher, die sich selbst beweihräuchern und in diesem selbst produzierten Dunst den Weitblick verloren haben: In der Summe sind das die (Alltags)-Themen, die im Brentano Theater sehr grotesk, sehr deutlich und sehr aufrüttelnd inszeniert wurden.

Verwandlungsfähig

Natürlich kam auch unser aller Donald nicht zu kurz, dem Martin Neubauer mit Hilfe einer Perücke sehr nahe kam. Ein anderer Kopfschmuck – diesmal in Schwarz – machte ihn zu einem der best bezahltesten Maler unserer Zeit (Jonathan Meese). Und als solcher beantwortete er die Fragen der Moderatorin natürlich nicht. Nadine Panjas spielte die zunächst forsche und dann immer verzagtere Moderatorin sehr beeindruckend.

Foto: Petra Schwarz

Ja, dieses kleine intensive Stück war wie vor der Glotze sitzen: Die Fragen der Moderatoren werden nicht beantwortet, sondern mit viel Luft und Schlagwörtern gefüllt. Dabei ist das am Ende gezeigte Bild auf dem Kunstmarkt hauptsächlich viel Wert – der Inhalt bleibt fragwürdig.

Termine

  • Plätze nur noch am 26.2. um 20 Uhr
  • Reservierungen per Telefon:  0951 – 54528 / Brentano Theater, Gartenstraße 7

 

Es tut uns leid aber Ihr Land wurde wegen der großen Menge an Spam auf die schwarze Liste gesetzt!
Sie dürfen keine Kommentare hinterlassen!