Kunstraum Kesselhaus ist marode

Mitteilung der Stadt Bamberg

Stadt Bamberg muss Nutzungsuntersagung wegen des Gebäudezustands aussprechen – Ausstellung VERTIGO von Tobias Lehner kann noch unter Auflagen und befristet stattfinden.

Die Krankenhaus-Stiftung Bamberg, vertreten durch die Stadt Bamberg, hat eine sofortige Nutzungsuntersagung für die ehemalige Wäscherei am Leinritt aussprechen müssen. Nach einem aktuell vorliegenden Bericht zu den Untersuchungen des baulichen Zustandes und des vorhandenen Brandschutzes des ehemaligen Wäschereigebäudes in Bamberg durch die Landesgewerbeanstalt Bayern sind „die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben und Gesundheit, im Kesselhaus der ehemaligen Wäscherei und den zugehörigen Verkehrswegen bei der gegenwärtigen Nutzung als Ausstellungsraum mit Publikumsverkehr nicht in ausreichendem Maße gewährleistet“. Die bereits langfristig geplante Ausstellung „VERTIGO Malerei von Tobias Lehner“ kann jedoch unter Auflagen und befristet stattfinden. Die Stadt Bamberg bedauert die Entscheidung, musste aber handeln, um Gefahren abzuwehren.

Auf Initiative des Kulturreferenten Werner Hipelius und in Absprache mit der Feuerwehr wurde jedoch vereinbart, dass die Nutzung des Kesselhauses für die Ausstellung ausschließlich im direkten Vorraum und im Erdgeschoss erfolgen darf. Der Keller ist während der gesamten Veranstaltung so abzusperren, dass ein Zugang und Aufenthalt von Personen nicht möglich bzw. ausgeschlossen ist. Der Keller darf auch nicht zu Lagerzwecken genutzt werden.

Bürgermeister und Kulturreferent Werner Hipelius bedauert diese Entwicklung außerordentlich: „Das Kesselhaus war in Bamberg eine ausgezeichnete Ausstellungsmöglichkeit. Es bot ungeahnte Präsentations- und Spielmöglichkeiten. Und sicherlich ist es in keinem modernen Kunstraum oder Galerie so gut möglich, einfach mal in die Wand zu bohren oder eine Spirale zu versenken wie im Kesselhaus. Allerdings war es eben nur eine Zwischenlösung. Die LGA hat nun festgestellt, dass hohes Gefährdungspotential besteht, dies kann und darf niemand ignorieren oder übersehen“, so Hipelius.

Interessante Perspektiven für den Kunstraum Bamberg sieht Hipelius unter anderem auf dem Konversionsgelände: „Ich kann mir gut vorstellen, dass dort, nach dem Vorbild anderer Städte, ein regelrechtes Kunstviertel entstehen wird.“ Die Stadt will sich dabei aktiv einbringen.

Neben dem Kesselhaus sind weitere Räume in dem Komplex baufällig, die durch die Stadt Bamberg selbst und Dritte vor allem als Lager genutzt werden. Die Stadt bemüht sich hierfür geeignete Ersatzflächen zur Verfügung stellen.

Unter Bezugnahme auf die Nutzungsvereinbarung für die ehemalige Wäscherei des alten Krankenhauses vom 27.5.2012 zwischen der Krankenhaus-Stiftung Bamberg und der Bayerischen Architektenkammer, München, hat die Krankenhausstiftung, in Anbetracht der Baufälligkeit und der bestehenden Brandschutzprobleme des Gebäudes, das bestehende Nutzungsverhältnis gemäß § 2 Abs. 2 form- und fristgerecht zum 31.12.2013 gekündigt. Diese Kündigung wird ausschließlich aufgrund des maroden Zustands des Gebäudes ausgesprochen.

Ein Gedanke zu „Kunstraum Kesselhaus ist marode

  1. Ich denke immernoch, dass die alten Ringlokschuppen, von denen Einer dem ICE-Streckenausbau zum Opfer falen soll, sich wunderbar für kulturelle Zwecke eignen würden, wenn man sie wiederherstellt und vielleicht die Drehscheibe in der Mitte teilweise mit einem Glasdach und Glaswänden versieht. Freilich müsste dann ein Boden über den Schienen eingezogen werden.

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