Braucht Bamberg Räume für moderne und zeitgenössische Kunst?

Judith Siedersberger

Die Frage wurde von den Teilnehmern des Kulturgesprächs im Roten Salon mit einem klaren „Ja“ beantwortet. Die Vorstellungen bezüglich der Räumlichkeiten und der Nutzung waren jedoch unterschiedlich.

Friedolin Kleuderlein bei einer Führung durch seine Ausstellung im Kesselhaus. Foto: Erich Weiß

Frau Bieber und Herr Hohmuth, beide Stadträte der SPD, erläuterten kurz ihre Vision von Kunstpräsentation in Bamberg. So favorisiert Frau Bieber eindeutig das Kesselhaus. Sie möchte die Räume vor allem für die lokalen KünstlerInnen als Ausstellungs- und Arbeits-fläche, als Experimentierfeld und für die Präsentation moderner und zeitgenössischer Kunst genutzt wissen. Was bereits jetzt ein pulsierender Kunstort ist, soll als solches erhalten und ausgebaut werden.

Herr Hohmuth, Vorsitzender des Fördervereins Landesgartenschau Bamberg e.V. und Mitorganisator der Ausstellung „12 Räume“, wünscht sich für die Präsentation moderner und zeitgenössischer Kunst eine angemessene Architektur – eine Kunsthalle wie es sie in Schweinfurt und Nürnberg gibt. Hierfür könnte er sich einen Neubau auf den Unteren Mühlen oder auch anstelle des Kesselhauses vorstellen.

Die Vision von Herrn Hohmuth wurde vom Großteil der anwesenden Teilnehmer am Kulturgespräch als finanziell unrealistisch bewertet. Es ist auch sehr fraglich, ob eine „aufgesetzte“ Kunsthalle in der Bevölkerung den gleichen Erfolg haben würde, wie es das Kesselhaus jetzt bereits hat.

Das Kesselhaus wurde im letzten Jahr durch die Zusammenarbeit von Architekturtreff, Kunstverein, BBK-Oberfranken, privatem Engagement und Sponsoren soweit hergestellt, dass dort vielfältige Ausstellungen stattfinden können. Die Mischung aus rohem Fabrik-gebäude und Kunst bietet eine spannende Mixtur. Das Spektrum der gezeigten Kunst ist facettenreich und bereichert das Kulturleben vor Ort. Wer das künstlerische Geschehen dort in den letzten Monaten verfolgt hat, dem fiel auf, das die Initiatoren es geschafft haben, junge Menschen für Kunst zu begeistern. Das ist vor allem ein Verdienst von Barbara Kahle, der Vorsitzenden des Kunstvereins, und ihrem Engagement.

Die beim Kulturgespräch anwesenden Kulturschaffenden sehen das Kesselhaus und sein Entwicklungspotential als wichtigen kulturellen Meilenstein Bambergs.

Die Initiative Kesselhaus braucht jetzt dringend:

  • Die fraktionsübergreifende Unterstützung im Stadtrat
  • Eine vertraglich abgesicherte Situation
  • Finanzielle Unterstützung
  • Die Erweiterung des Sanierungsgebietes vom Sand bis zum Kesselhaus

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