Verkehr macht Denkmäler kaputt, Teil III

Nonnenbrücke. Foto: Erich Weiß

Eine Never-ending-Story: Verkehr macht Denkmäler kaputt. Bereits öfter haben wir berichtet und werden dies auch weiterhin tun (müssen):  Verkehr macht Denkmäler kaputt – die Bahn setzt den Weltkulturerbetitel aufs Spiel – die Stadt auch, Mit der Langen Straße muss etwas passieren!, Die Bahn: Wie die Taliban mit dem Harvester durchs Weltkulturerbe, Sind die Bamberger Straßen der Innenstadt für Lastverkehr ausgelegt?, Verkehr macht Denkmäler kaputtTouristenbusse versus Denkmäler jüdischer Kultur.

Es sind Offene Briefe Betroffener dabei, Erfahrungsberichte, Analysen, Beiträge zur Stadtgeschichte. Ein reicher Fundus an Klagen, Schadensbeschreibungen, Aussichten in die Zukunft. Auch außerhalb Bambergs wird dieses Thema diskutiert, berichtet die Süddeutsche Zeitung bereits unter dem Titel: Sorge um die Denkmalhauptstadt –  Weltkulturerbe Bamberg in Gefahr. Erneut erreicht uns ein Offener Brief eines betreuenden Architekten (Verkehr macht Denkmäler kaputt), mit dem bitteren Unterton, dass sich NICHTS tut. Warum? Wir fürchten, der Virus Auto hat die Entscheidungsträger im Griff, diese scheuen sich, der Automania Änderungen wider bessere Vernunft zuzumuten. Dabei könnte es ein weiser Schritt sein, dem beliebten Drahtesel und seinem sportlich Zugeneigten bessere Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Doch wenn bereits 14 Kurzzeitparkplätze die Vernunft ausschalten, bleibt der Weg steinig.

Offener Brief von Architekt Wolfgang Böhmelt

Was hat sich in Sachen Busverkehr an der Nonnenbrücke 1 getan?

Nicht viel ist aus den entsprechenden Gremien zu hören, geschweige denn vom Oberbürgermeister oder den Stadtwerken, die ja auch Vorschläge für Elektrobusse, kleinere Busse etc. machen könnten. Heraus kam ein „Feigenblattantrag“ der CSU- Fraktion. Danach wurde von der Nonnenbrücke kommend auf der rechten Seite, in Höhe der „Flurbereinigungsdirektion“ ein Schild aufgestellt, mit der Weisung für Busse und LKWs bei Rot hier zu halten. Außerdem wurde ein unterbrochener weißer Streifen auf die Straße gemalt, der die Haltelinie darstellen soll.
Erfolg = null.
1.) Das Schild wird durch einen belaubten, in die Fahrbahn hängenden Ast verdeckt und ist selbst für PKW-Fahrer, die bekanntlich niedriger sitzen, erst kurz vor dem Schild einsehbar.
2.) Bei wiederholten Beobachtungen habe ich weder Bus noch LKW dort halten sehen.

Bei Rot hier halten. Foto: Erich Weiß

Was wird sonst noch gegen die Erschütterungen der Gebäude im Weltkulturerbe – verursacht hauptsächlich durch städtischen Busverkehr – getan?
Seit Mai 2012 nichts?!?!
Soweit ein Zwischenbericht über die vergangenen 3 Monate.
Doch wer Landesgartenschaubesucher (500.000 Besucher) ehren muss, Gewerbe  ansiedeln (Brose) und Abstimmungen wegen der Verkehrsberuhigung (Lange Straße, obwohl mit dem Masterplan beschlossen) nicht richtig vorbereitet, hat keine Zeit für so banale Dinge, wie ein paar Busse, die systematisch an der Substanz Bamberger Gebäude nagen.
Erst wenn die Schäden zu weit fortgeschritten sind (siehe Lokschuppen), kommt die Erkenntnis: Ach hätten wir nur! Aber dann ist es zu spät.

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