Bamberger Jugendliche stellen verkehrspolitische Forderungen an das Rathaus

Naturfreundejugend Bamberg

Da das Fahrrad eine der wenigen Möglichkeiten ist, die Jugendlichen selbstständige Mobilität auf mittleren und längeren Distanzen ermöglicht, haben sich Bamberger Jugendliche auf Initiative der Naturfreundejugend in einer digitalen Zukunftswerkstatt am 11.12.2020 Gedanken gemacht, wie der Fahrradverkehr in der Stadt sicherer und attraktiver gestaltet wer-den kann. Die Ergebnisse möchten wir Ihnen im Folgenden präsentieren.

Ziel: Freie Bahn für junge Fahrradfahrer*innen

Top 5 Forderungen der Bamberger Jugendlichen:

  • Klare, abgetrennte Fahrradwege mit besserer Beschilderung
  • Verkehr von der Innenstadt in die äußeren Bereiche umlenken (siehe Anhang)
    • Lange Straße ohne Autoverkehr, Verkehr über Ludwigstraße umleiten
    • Zollner Straße ohne Autoverkehr, Verkehr über Memmelsdorfer und Starkenfeld Straße umleiten
  • Bessere Vernetzung der Wege
  • Fahrradverleih und Verleih von Lastenfahrrädern
  • Bessere Beleuchtung der Fahrradwege

Und nun alle Forderungen im Detail, die die Jugendlichen in der Zukunftswerkstatt formuliert haben, sortiert nach Themengebieten:

Fahrradwege

  • Breitere Fahrradwege (z.B. auf den Brücken)
  • Fahrradwege getrennt von der Fahrbahn und den Fußgängerwegen
  • Einfachere und sinnvoller angelegte Grünphasen für Fahrradfahrer*innen
  • Klare, abgetrennte Fahrradwege mit besserer Beschilderung
  • Bessere Vernetzung der Wege
  • Bessere Beleuchtung der Fahrradwege

Fahrradquartier Mitte

  • Fahrradquartier Mitte: Modalfilter, um Autodurchgangsverkehr zu verhindern
  • Einrichtung einer abknickenden Vorfahrtsstraße auf der Hauptachse im Fahrradquartier Mitte und mehr Spiegel, die um die Ecke gehen (Klosterstraße, Spitalstraße und Letzengasse)

Autoverkehr

  • Autofreie Innenstadt für eine entspannte Atmosphäre, bessere Luftqualität und mehr Platz für Fußgänger*innen, Fahrradfahrer*innen und ÖPNV
  • Alternativen aufzeigen für Autofahrer*innen
  • Falschparker*innen mehr kontrollieren
  • Verkehr von der Innenstadt in die äußeren Bereiche umlenken o Lange Straße ohne Autoverkehr, Verkehr über Ludwigstraße umleiten
  • Zollner Straße ohne Autoverkehr, Verkehr über Memmelsdorfer und Starkenfeld Straße umleiten

Fahrradförderung

  • Mehr Fahrradstellplätze fördern bei Supermärkten und viel besuchten Plätzen, Orten (z.B. Maxplatz)
  • Fahrradverleih und Verleih von Lastenfahrrädern

In Bamberg steht im kommenden Jahr der Beschluss und die Diskussion des Verkehrsentwicklungsplans an, der die Verkehrspolitik der 2020er Jahre maßgeblich prägen wird. Die Naturfreundejugend Bamberg positioniert sich mit diesen Forderungen im Vorfeld für eine zukunftsorientierte Mobilitätspolitik, die den Stadtbewohner*innen ein Plus an Lebensqualität zusichert und klimagerechte Mobilität bevorzugt. Wir sprechen uns für eine konsequente Förderung des Umweltverbunds aus. In einer historisch gewachsenen Stadt wie Bamberg mit sehr begrenztem Platz, muss dies zulasten des Motorisierten Individualverkehrs gehen.

Die Veranstaltung wurde vom Projekt „kommunal mitmischen“ des LV Bayern der Naturfreundejugend ermöglicht. Das Projekt „kommunal mitmischen“ wird durch den Bayrischen Jugendring finanziert.

11 Gedanken zu „Bamberger Jugendliche stellen verkehrspolitische Forderungen an das Rathaus

  1. Wenngleich einige Gedanken der jungen Hupfer angebracht sind, so ist es fraglich ob alle Forderungen durchsetzbar sind. Habe hier in der Stadt 500 KM an Radwegen, doch über einige mache ich mir auch meine Gedanken. Man kann nicht alles haben was gefordert wird.

  2. Zurück ins Mittelalter, wer braucht schon noch Autos, die Bewegungsfreiheit ist ja schon fast Vergangenheit. Dafür in der Innenstadt, für den modernen jugendlichen- Klimaschützer bald nur noch Hanf u. Saftläden.
    Die natürlich vom Feinsten, mit ein paar Milliarden von der EU für Verschönerung der Innenstädte schafft man es schon.
    Am Schluss noch das Grundeinkommen, damit das Studieren auf Lebenszeit so richtig Spass macht und im gleichen Winkelzug für Oma und Opa noch die Renten kürzen, wegen der Umverteilung zur nachdenklichen Jugend.
    Die Alten sollen ja schliesslich zu Hause bleiben wegen dem Virus und
    weil sie ja eh nicht mit dem Rad fahren können.

    „Und so oder so ähnlich träumen sie halt weiter, jeden Tag und jede Stunde. Jedes Monat ein neuer Geistesblitz, sie haben ja sonst nix weiter zu tun, unsere jugendlichen grünen Politiker“!

  3. Das Ziel, Verkehr und Mobilität menschen-, stadt- und umweltverträglicher zu gestalten, sollte unumstritten sein – doch gibt es dank jahrzehntelanger Gehirnwäsche und Lobbyarbeit noch immer eine starke Bleifußfraktion.

    Leider unterliegen aber auch die, die das richtige Ziel verfolgen, in Einzelpunkten großen Irrtümern. So wird „autofrei“, für abgegrenzte, nicht allzu große Siedlungen durchaus realistisch, für größere Stadtbereiche immer Etikettenschwindel sein. Denn die tatsächlichen Lebensbedingungen sowie der rechtliche Rahmen, beides Folge der bisherigen Autovorrangpolitik, werden auf noch lange Zeit viele Ausnahmen erfordern. Erheblich sinnvoller wäre, durch aufeinander abgestimmte Schritte die Rahmenbedingungen für den Umweltverbund, Fuß-, Rad- Bahn- und Busverkehr und deren intelligente Vernetzung, nach und nach zu verbessern. Das wird mit Einschnitten in und Einschränkungen für den Kfz-Verkehr verbunden sein müssen, schließlich sind Finanzen und Flächen nur begrenzt verfügbar (beides spricht auf Grund der damit verbundenen Einsparungen für den Umweltverbund). Dirigistische Maßnahmen aber sollten nur Ausnahme und letztes Mittel sein.

    1997 war endlich der über lange Zeit immer deutlicher zu Tage tretenden Erkenntnis, daß gerade fahrbahnbegleitende Radwege Unfallschwerpunkte bilden, Rechnung getragen worden: viele Konflikte mit dem fußläufigen Verkehr sowie mit parkenden Kraftfahrzeugen (auf oder ohne Abstand neben dem Radweg), häufige Verletzungen der Radlervorfahrt an Kreuzungen, Einmündungen und Zufahrten. Verschlimmert wurden diese Risiken noch durch riskante Linienführung, unzureichende Dimensionierung und mangelhafte Qualität der Sonderwege. Daher wurde die generelle Radwegbenutzungspflicht aus der Straßenverkehrs-Ordnung gestrichen. Nur im begründeten Ausnahmefall durfte Benutzungspflicht seitdem noch angeordnet werden.

    Die meisten Verkehrsbehörden ignorierten die neue Rechtslage, nahezu alle diesbezüglichen Gerichtsverfahren, kam es zur Entscheidung in der Sache, verloren sie allerdings. Jedoch ist ein solcher, meist über mehrere Instanzen zu führender Prozeß aufwendig, langwierig und an derart viele formale Bedingungen geknüpft, daß sie oft daran scheitern bzw. deshalb gar nicht erst begonnen werden.

    Ohne, daß neue Erkenntnisse gewonnen wurden, wurde die Rechtslage teilweise wieder zurückgedreht (http://www.cycleride.de/component/joomgallery/pannenflicken-2017/1714-bundesrepublik-deutschland.html) – gilt allerdings für bauliche Radwege innerorts weiterhin. Die Fahrradverbände fordern inzwischen wieder eigenständige Wege, ohne dies sachlich begründen zu können. Sie argumentieren lediglich mit dem – in die Irre führenden – subjektiven Sicherheitsgefühl und der Aussicht, mit dieser Position eher Mitglieder werben zu können. Hierfür nehmen sie die höheren Unfallrisiken in Kauf – eine überaus zynische Einstellung.

  4. Einfach eine Volksbefragung machen, dann schauen wir mal und sehen schon!

    Dann werden sie dumm gucken, die Besserwisser mit ihren immer mehr unausgegorenen Vorschlägen.

    • Ungeachtet notwendiger Kritik in Einzelpunkten, hat der Radentscheid nicht nur in Bamberg gezeigt, daß eine Abkehr von der Autovorrangpolitik mehrheitsfähig ist. Davor ist sogar der Stadtrat, noch in der alten Besetzung mit struktureller Bleifußmehrheit, eingeknickt.

      • Ja leider, wird aber klar wenn es für den grünen „Struktur und Klimawahn“ einen Haufen Geld von der EU gibt. Ist ihnen doch auch eine Wurst wo dass dann herkommt, sie haben es halt. Und wenn nicht, dann müssen halt die Menschen noch mehr Steuern zahlen für die Luftnummern!

        • „Radfahren … sichert die Mobilität zu geringen gesellschaftlichen und individuellen Kosten … ist umweltfreundlch, weil er … keine Luftschadstoffe verursacht … und den Gebäudebestand nicht zerstört“ (Radverkehrsstrategie der Stadt Bamberg, 2012).

          „Ein Vorteil ist, dass Maßnahmen im Radverkehr meist sehr kosteneffizient sind. Den Ausgaben für den Radverkehr stehen zudem Einsparungen an anderer Stelle, zum Beispiel im Gesundheitsbereich, bei den Umweltkosten sowie bei anderen Infrastrukturausgaben gegenüber“ (Nationaler Radverkehrsplan 2020 der Bundesregierung, verabschiedet im Jahr 2012).

  5. Es wird langsam Zeit, dass die Innenstadt autofrei wird. Warum geht das nicht voran? Haben wir eine rot-grüne „Regierung“ und der grüne Teil schläft? Oder reicht schon ein grüner Posten?

    • Gott sei Dank, haben die genug mit ihren eikenen Skandalen zu tun.
      So bleiben wir noch etwas von dem rot-rot-grünen Ökoterror verschohnt!

    • Sind nicht alle grün, die im Gesicht so aussehen. Es gibt noch andere und die sind noch in der Mehrheit.

      Oder ist die Demokratie schon abgeschafft?

  6. „Der Scheiss ist heiss“, dafür braucht es nur wieder eine sogenannte „Jugendgruppe“ dann werden gleich ganze Straßenzüge Autofrei!
    Freie Fahrt der Jugend und die Alten auf ein Fahrrad, damit die noch schneller im Grab landen!
    Lockdown hier, Bewegungsverbot da und alle auf‘s Radl, ob sie können wollen oder nicht.
    Dafür die Innenstädte mit viel EU Geld verschlimmern, modern und jung, ohne Läden aber dafür mit freiem W- LAN in jeder Ecke und kostenlose Ladestationen für die Handys der sogenannten Jugendlichen von überall.

    Mir kommt langsam vor, ich bin wohl aus der Zeit gefallen. Was für eine Zukunft, da war mir die Vergangenheit lieber!

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