Stefan Fröhling: Ich waas fai nedd – Mundartgedichte zu Corona

Monika Trefflich-Michel

Der Autor hat mithilfe des Bamberger Dialekts zu einer sehr eigenwilligen und direkten Form der Satire gefunden. Er setzt sich mit den Themen der Corona-Pandemie quasi als Chronist eines monologisierenden, „grantelnden“ Erzählers auseinander, der sich bisweilen auch mit seinem „olldn Bekanndn“ heftig über die undurchsichtige Lage streitet. Ihre ganz individuellen Gedanken sind auf die Kontaktsperre, das Atemschutzmaskendefizit, die Krisenhilfe, den Streit der politischen Parteien oder die Verschwörungstheorien gerichtet.

Die Monologe wirken durch die unbedarfte Art des nörgelnden Erzählers, die mundartlich-derben Übertreibungen und die sich daraus ergebende unterschwellige Kritik außerordentlich komisch, insbesondere verstärkt durch den Umstand, dass den Akteuren nicht bewusst ist, wie krass ironisch ihre Aussagen empfunden werden.

Man kann nur viel Spaß an den ungewöhnlichen Sichtweisen zu Corona und an einer treffsicheren fränkischen Mundartsprache wünschen.

Stefan Fröhling
Ich waas fai nedd
32 S., 2 Abb., 10,5 x 15 cm,
ISBN: 978-3-940821-79-9
www.erich-weiss-verlag.de
Preis: 5 Euro

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