Was möglich ist: Buch zum Radentscheid erscheint

Nach drei Jahren Radentscheid-Geschichte gibt es Einiges zu erzählen und dennoch wäre bei der Initiative Radentscheid Bamberg niemand auf die Idee gekommen, diese Geschichte in Buchform zu verewigen. Die Radentscheide in Berlin und Bamberg sind inzwischen jedoch Vorbilder für eine Radentscheid-Bewegung in ganz Deutschland, die immer mehr Städte erfasst. Diese Tatsache führte zur Idee des Radentscheid-Buchs, wie Thiemo Graf, Inhaber des gleichnamigen Verlags und Christian Hader, Radentscheid-Initiator und nun auch Buchautor, in der gemeinsamen Ankündigung des Werkes mitteilen: „Bamberg war der erste Radentscheid auf kommunaler Ebene. Er ist längst Vorbild und findet Nachahmer in immer mehr Städten. Die Radentscheid-Welle rollt durch Deutschland und mit dem neuen Buch werden alle von den Erfahrungen des Bamberger Radentscheids profitieren, die zivilgesellschaftliche Veränderungsprozesse anstoßen wollen“, so Verlagsinhaber Graf.

Dass dieses zivilgesellschaftliche Engagement in Bamberg gerade in Form von Bürgerbegehren eine große Tradition und die Stadtentwicklung stets zum Guten geprägt hat, erläutert Christian Hader: „Die Bergverbindung wurde verhindert, Radverkehr vom Rand- zu einem bestimmenden Thema der Verkehrspolitik und zuletzt wurde auf der Muna einem völlig überdimensionierten Industriegebiet mittels Bürgerentscheid eine klare Absage erteilt. Mit dem entsprechenden Engagement als Bestandteil einer lebendigen Zivilgesellschaft lässt sich also jede Menge erreichen.“

Ein zentraler Punkt des Buches ist daher der Aufbau einer solchen Initiative. Es vereint Entstehungsgeschichte, Bauanleitung, Erfahrungsbericht und Fazit des Radentscheids. Der rund 200 Seiten starke Blick hinter die Kulissen zeigt auf, worauf bei einem Bürgerbegehren zu achten ist und erzählt auch die bisher unerzählten Geschichten bis hin zum aktuellen Wirken der Initiative.

Zur Buchvorstellung laden Verlag und Autor am Dienstag, 21.5.19 um 19 Uhr zu einer Podiumsdiskussion und Lesung ins Café Leander, Hauptwachstraße 10 ein. Bereits im Vorfeld wird es eine kleine Radtour zu den Stärken und Schwächen der Bamberger Radinfrastruktur geben. Treffpunkt ist hier um 17 Uhr am Gabelmann.

Das Buch ist ab sofort im Buchhandel sowie auf den diversen Online-Plattformen erhältlich.


Christian Hader
Thiemo Graf Verlag
ISBN: 978-3-940217-27-1
208 Seiten (farbig, bebildert), Hardcover
Preis: 30,00 €


4 Gedanken zu „Was möglich ist: Buch zum Radentscheid erscheint

  1. „Sachargumente“?
    Als ob das was nützen würde bei Ferenc, dem Meister im Vermeiden von „kognitiven Dissonanzen“…

  2. Schon „spaßig“: Der Radentscheid Bamberg zitiert in seiner Kampagne fleißig aus einer Publikation Thiemo Grafs, die in Fachkreisen keineswegs unumstritten ist, läßt keinerlei Kritik an den entsprechenden Inhalten zu, verweigert jegliche inhaltliche Diskussion – und jetzt erscheint ein Buch über den Radentscheid, von seinem Hauptinitiator geschrieben, im Verlag eben dieses Thiemo Grafs. Wäscht da eine Hand die andere?

    Noch einmal:

    Der Radentscheid Bamberg fordert eine Kreuzungsgestaltung, die über viele Jahre von den Fahrradexperten bekämpft worden war, da sie hochgradig unfallträchtig ist.

    Der Radentscheid fordert die Separation der Radfahrer auf baulich „gesicherten“ Spuren und ignoriert, daß gerade deshalb die Unfallzahlen an Kreuzungen, Einmündungen und Zufahrten deutlich zunehmen – weshalb schließlich 1997 die allgemeine Radwegbenutzungspflicht aus der Straßenverkehrs-Ordnung gestrichen worden war.

    Der Radentscheid Bamberg beruft sich auf Thiemo Graf sowie angebliche Erfahrungen aus anderen Ländern, die sich bei näherem Hinsehen jedoch nicht nachvollziehen lassen. So fahren Radler in den Niederlanden keineswegs sicherer als in Deutschland. Und die Vorzeigestadt Kopenhagen hat bislang kein Rezept gefunden, die steigende Zahl der Unfälle an Kreuzungen in den Griff zu bekommen.

    Der Radentscheid Bamberg führt als einziges „Argument“ das subjektive Sicherheitsempfinden der Radfahrer auf eigener Fahrspur an. Doch kann dieses kaum geeignet sein, objektive Fakten außer Kraft zu setzen.

    • Na klar: In Kopenhagen, Utrecht, Zwolle, Amsterdam, Houten (die Liste der Beispiel-Städte ließe sich fast beliebig verlängern!) machen sie alles falsch. Und das seit Jahren. Weil sie einfach nicht auf Herrn Ferenc hören wollen und immer noch unverdrossen an ihren Radverkehrsnetzen werkeln. Und dummerweise auch noch sichtbaren Erfolg damit haben.
      Glückwunsch: Es gehört schon ein gerüttelt Maß an selektiver Wahrnehmung dazu, eine solche Meinung über Jahre hinweg völlig unbeirrt zu vertreten. (Ich erspare mir psychologische Deutungsmuster eines solchen Verhaltens…)
      Aber: Es ist nicht nur falsch, sondern es ist auch ziemlich langweilig auf die Dauer.

      • Solange sich der Erfolg nicht in zunehmender Verkehrssicherheit widerspiegelt, kann ich ihn nicht als solchen wahrnehmen.

        Richtig ist, daß ein entsprechendes Verkehrsklima, in dem Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer akzeptiert werden, vieles bewirken kann. Ein solches gibt es in Deutschland bislang allenfalls in Ausnahmefällen. Richtig ist aber auch, daß die bedeutendste Unfallgefahr für Radfahrer in Verbindung mit schweren Verletzungen die Benutzung fahrbahnbegleitender Radwege und -spuren ist – eben weil ihre Vorfahrt an den genannten Knotenpunkten häufig mißachtet wird. Auf baulichen Radwegen kommen noch unzählige Konflikte mit Fußgängern hinzu.

        Thiemo Grafs Publikation war beispielsweise in der Zeitschrift mobilogisch rezensiert worden – mit verheerendem Ergebnis. Die Bundesrepublik Deutschland hat für die Erleichterung, Benutzungspflicht auf außerörtlichen Radwegen wieder häufiger anordnen zu können, den Negativpreis „Pannenflicken“ erhalten. Denn einen Beleg, daß diese StVO-Änderung sachlich gerechtfertigt ist, konnten die Verantwortlichen nicht beibringen.

        Daß weder ADFC noch Radentscheid noch „zerberus“ bereit sind, Sachargumente an Stelle blinder Polemik vorzubringen, spricht, denke ich, für sich.

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