Brennelementesteuer: Finanzielle Belastung für Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmbar

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

Der (BBU) bedauert das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur sogenannten Brennelementesteuer. Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat heute am 7. Juni 2017 das Kernbrennstoffsteuergesetz rückwirkend für nichtig erklärt. In den Jahren 2011 bis 2016 haben die Betreiber der Atomkraftwerke rund 6,2 Milliarden Euro Brennelementesteuer zahlen müssen, die jetzt zurück zu zahlen sind. In einer ersten Reaktion hat sich BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz dafür ausgesprochen, dass die Bundesregierung vor einer Rückzahlung genau prüft, ob und welche rechtlichen oder politischen Möglichkeiten bestehen, von der Rückzahlungspflicht befreit zu werden.

Für den BBU ist es unerträglich, dass die AKW-Betreiber jetzt faktisch nur noch etwa 18 Milliarden statt der vereinbarten ca. 24 Milliarden Euro in den Atommüll-Fonds einzahlen. „Die finanzielle Belastung der zukünftigen Atommüll-Lagerung wird immer mehr auf die Schultern der Bürgerinnen und Bürger gepackt. Das ist nicht hinnehmbar“, kritisiert Udo Buchholz.

Nach Auffassung des BBU muss die weitere Atommüllproduktion in AKW und Uranfabriken aus Sicherheitsgründen gestoppt werden. Mit der sofortigen Stilllegung der Atomkraftwerke und der sonstigen Atomanlagen können Zukunftskosten für Atommüll, der noch nicht produziert wurde, vermieden werden. Und die Bundesregierung muss sich engagiert dafür einsetzen, dass die Rückzahlungssumme an die AKW-Betreiber deutlich unter 6 Milliarden Euro liegen wird.

Beim Stichwort Brennelementesteuer verweist der BBU auch auf die Brennelementefabrik in Lingen, in der Brennstäbe für den Betrieb von AKW im In- und Ausland produziert werden. Für die Anlage gibt es bisher keine Laufzeitbegrenzung. Anti-Atomkraft-Initiativen, der BBU und weitere Organisationen fordern ein Exportverbot für Brennelemente und die sofortige Schließung der Anlage. Für den 9. September wird eine Demonstration in Lingen vorbereitet, die sich u.a. gegen die Brennelementefabrik und das AKW Lingen 2 richten wird.

http://bbu-online.de

 

Ein Gedanke zu „Brennelementesteuer: Finanzielle Belastung für Bürgerinnen und Bürger nicht hinnehmbar

  1. Zu lesen war:

    „Die Verfassungsrichter hatten die zwischen 2011 und 2016 erhobene Kernbrennstoffsteuer für verfassungswidrig und nichtig erklärt. Der Bund habe keine Befugnis gehabt, sie einzuführen.“

    „Der Bund hat im Streit mit den AKW-Betreibern um die Brennelemente-Steuer vor dem Bundesverfassungsgericht den Kürzeren gezogen. 6,3 Milliarden Euro plus Zinsen werden nun fällig. Die Regierung will anstandslos zahlen. “

    genauso gut könnte man mit der Hundesteuer oder Schaumweinsteuer und anderen argumentieren!

    Zumindest auf mich wirkt das ganze wie ein abgekartetes Spiel bzw. ein dümmliches Bauerntheater um einigen großen Konzernen Subventionen zukommen zu lassen, da aber Wahlen vor der Türe stehen hat man den Umweg über das Bundesverfassungsgericht genommen um sich von ihren Marionetten ein Alibi geben und sich alles absegnen lassen!

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